Eifelsteig 2009 1. Teil

mit dem MTB von Aachen nach Trier

 

Der Plan:

Auf dem Wanderweg "Eifelsteig" von Aachen nach Trier und wieder zurück in 4 Tagen.

 http://www.eifelsteig.de/

Die Strecke:

ca. 660 KM und ca.14000 HM

 

Ist das zu Schaffen ??? 

Um die Antwort vorweg zu nehmen, wir habens nicht geschafft aber es war trotzdem eine Tour 1. Sahne.

 

 1.Tag 04.08.2009 Kornelimünster             Kloster-Steinfeld

                              ca.101 Km und 2300 Hm

Mit gemischten Gefühlen stand ich an diesem Morgen gegen 5.30 Uhr an der Staße. Hatte ich alles eingepackt? War das Bike OK? Mir steckte das RAR Wochenende noch in den Beinen und ich hatte Zweifel, ob ich so ein Projekt überhaupt durchstehen könnte. Zu spät!!! Gutgelaunt und mit breitem Grinsen fuhr Christian vor. Wir beluden das Auto und weiter gings nach Rumeln, von wo aus wir zum Einstieg in die Tour, nach KorneliMünster gebracht wurden. Dort angekommen ging es nach kurzem Frühstück und Bikecheck auch direkt los.

Nach einem Platten und Försterkontakt ging es durch das Venn schon richtig zur Sache. Breite Forstwege, schmale Singletrails, Wurzelpassagen, rasante Abfahrten und vorsichtiges bergabbalancieren, alles war dabei.

 

In Monschau gings dann richtig los, die ersten Krachersteigungen kamen.

 

 

In Einruhr gabs Mittagessen bei Burak bevor es nach Gemünd an den Urfttalsperren entlang weiterging. Es wurde hart, steil und heiß. Dazu kam noch, das wir uns über Wollseifen zum Vogelsberg vorarbeiteten (Nazi-Elitekaserne) was auch nicht unbedingt für positive Gefühle sorgte. Mein Akku saugte sich immer leerer und es war klar, dass es so nicht mehr lange weitergehen konnte. Endlich in Gemünd angekommen war dann klar, wir würden wenn überhaupt nur knapp 100 Kilometer schaffen. Nun galt es ein Nachtquartier klar zu machen. Das Kloster Steinfeld lag in Schlagdistanz. Glücklicherweise bekamen wir noch Zimmer. Nach einer notwendigen Umgehungsetappe auf der Straße, gings weiter den Eifelsteig entlang, wo wir gegen 18.00 Uhr völlig leer das Kloster Steinfeld erreichten.

 

Nach dem Zimmerbezug und dem Duschprogramm ging es weiter zum Abendessen, wo wir fürstlich versorgt wurden und mehr oder weniger freiwillig darüber informiert wurden wie man den schwarzen Hautkrebs besiegt, Bäume mit einer Knoblauch-Kräuterbrühe von Pilzen befreit, und den Rest konnten wir nicht verstehen. Mit vollem Magen  begaben wir uns auf Zimmer wo wir kurz das weitere Vorgehen planten um dann aber bald (sehr bald) einzuschlafen.

 

2. Tag 05.08.2009  Kloster-Steinfeld           Neroth

                              ca. 107 Km und 2300 Hm

 

Zunächst guter Dinge starteten wir nach einem ausgiebigen Frühstück gegen 8.30 Uhr nach einem kurzen Bikecheck in die 2. Etappe. Auf den 23 KM Richtung Blankenheim entwich jegliche Kraft aus meinem Körper und wir überlegten ernsthaft ob der Punkt zum Abbruch gekommen sei. Auf dem Parkplatz einer bekannten Einzelhandelskette versuchte ich bei Banane, Mars und Getränken zu superkompensieren.

Nach 30 Minuten gings weiter und mit meiner Form wieder aufwärts. In Mirbach angekommen machten wir uns auf den Weg nach Hillesheim. Hier sparten wir uns einige orginal Eifelsteigkilometer rund um Kerpen und gaben dafür gegen den Wind auf der Straße Gas. In Hillesheim fuhren wir erstmal zum nächsten Supermarkt die Energie- und Wasserreserven auffüllen. Durch Zufall trafen wir noch die Vermieterin aus Niederehe, wo Christian letzte Woche schon Station gemacht hatte. Gestärkt ging es nun weiter Richtung Gerolstein. Über winklige und abwechslungsreiche Pfade schraubten wir uns die Anstiege rauf und runter. Immer wieder hatten wir Probleme mit der Beschilderung und verloren die ein oder andere Minute. Irgendwo trafen wir dann plötzlich auf einen besonders naturverbundenen Wanderer (ohne Hose) der sich sehr darüber wunderte warum wir zu dieser Zeit hier unterwegs waren. Endlich kam Gerolstein und die Gerolsteiner Dolomiten in Sicht. Zur Sicherheit fragten wir am Stauseee nach, ob die Wege auch mit dem MTB befahrbar wären. Eine Frau erklärte uns, dass dies alles kein Problem wäre.  Wahrscheinlich muss es sich dabei um die amtierende MTB- Weltmeisterin gehandelt haben denn an fahren war über große Streckenabschnitte dieser letzten 7 Km nicht zu denken.

 

Da uns aber nun der Ehrgeiz gepackt hatte versuchten wir es immer wieder. Bei einem super Ausblick über Gerolstein beschlossen wir, obwohl es schon nach 18 Uhr war noch weiter zu fahren. In Neroth auf der nächsten Etappe nach Daun machte Christian eine Unterkunft für uns klar. Weiter gings und in gehobener Stimmung verfuhren wir uns erstmal und handelten uns ein paar Zusatzkilometer ein.

In Gerolstein klopften wir um 18.29 Uhr an den örtlichen Schlecker, der eigendlich bis 18.30 Uhr geöffnet sein sollte, an eine verschlosseneTür. Endtäuscht beschlossen wir beim nächsten Restaurant nach Wasser für die letzten 15 Km zu betteln und es gelang. Weiter ging es gefühlte 250 Treppen hinauf auf die Strecke nach Neroth. Über breite Waldwege mit trage und Singletrail-Passagen  erreichten wir gutgelaunt gegen 20 Uhr Neroth. Nach kurzer Erfrischung aßen wir bei guter Unterhaltung mit einem Eifelsteig-Extremwanderer (30-35 Km/Tag) und tauschten Informationen aus, schauten uns Bilder an... Nach entspannter Nacht gings um 8 Uhr zum Frühstück und gegen 9 Uhr auf unsere letzte Etappe Richtung Trier (124 Km 2700 Hm).

 

3. Tag 06.08.2009  Neroth - Manderscheid... Trier?!

                              ca. 50 Km und 1000 Hm

 

Als wir an diesem Tag in die Pedale traten, bemerkten wir sofort die große Hitze. Beim ersten Anstieg lief uns das Wasser wie in der Sauna am Körper runter. Bei über 30% war selbst das Schieben sehr anstrengend. Lohn der Mühe war aber eine super Abfahrt, auf der wir uns auch nur einmal kurz verfuhren. In Daun trafen wir wieder auf unsrern Wanderfreund vom Vortag der schon um 7 Uhr gestartet war. Er hatte die 14 Km bis Daun in 3,5 Std gewandert. Respekt!!! Unter seiner linken Schulter bemerkten wie einen Schwamm und vermuteten zunächst eine Scheuerstelle seines Rucksacks. Aber hier täuschten wir uns, darunter verbarg sich nämlich ein Defibrillator welcher ihm im Notfall sein Leben retten sollte. Nun ja wir waren also nicht die einzig Verrückten die unterwegs waren. Nun standen die Dauner Maare  vor uns und es ging mächtig bergan. Endlich oben konnten wir das Umland gut überblicken .

In Schalkenmeren verpflegten wir uns, um dann ins wilde Lisertal abzubiegen. Der Weg wechselte nun ständig die Richtung wurde breiter schmaler, mal am Hang mal als Pfad. Auf der Karte sah es so aus als würde es bis Manderscheid eher bergab gehen aber so richtig vorwärts gings nicht. Auch die Hitze machte uns gut zu schaffen. Vor Manderscheid wurde der Weg dann zu einem anspruchsvollen Pfad, der schmal und vor allem links steil und tief nach unten ging. In Manderscheid machten wir eine Döner und Colapause und ich musste feststellen das ich schon 4 Liter getrunken hatte.

 

Irgendwie kamen wir nicht so richtig vorwärts, das geplante Etappenziel Trier würde nur unter größten Schwierigkeiten zu erreichen sein. Hinter Manderscheid wurde der Weg widerum zum anspruchsvollen Pfad der nun weiter bergab durchs Liesertal führte. Christian war ca. 30 m voraus als mir ein entscheidender Fehler passierte.

Ein Schrei des Erschreckens entwich mir und dann ein zweiter beim ersten Aufschlag. Als ich endlich zum liegen kam konnte ich glücklicherweise keine größeren Verletzungen feststellen. Das linke Schienbein schwoll gewaltig an. Mit einigen Schwierigkeiten kletterte ich der felsigen Abhang hinauf und kam an die Stelle wo mein MTB auf einem Felsvorsprung liegengeblieben war. Mit Christians Hilfe schleppten wir es bis auf den Weg.

 

Nach diesem Ereignis war an eine Weiterfahrt nicht zu denken. Ich war doch ordentlich lediert. Am Bike war der Lenkerkopf zerbrochen, Lenker verbogen und auch der Gabelschaft hatte was abbekommen. Eine Reparatur vor Ort war nicht möglich und so fiel die Entscheidung, die Tour zu beenden. Dank Wolfgang, der sich für uns nach Manderscheid durchkämpfte konnten wir noch am gleichen Abend wieder in unserer eigenen Betten schlafen. Danke nochmals!!!

Dank an Christian für diese Tour,

es war  großartig!!!

 

 

 

 

 

21. / 22.10.2009

EIFELSTEIG  2nd Service  (2.Teil)

 

 

Knapp zwei Monate nach dem plötzlichen Ende unserer 1.Eifelsteigbefahrung ergab sich unverhofft eine Gelegenheit nochmals in die Eifel zu fahren und den Steig zu beenden.

  

 1.Etappe  Bruch - Manderscheid - Zemmer - Bruch - Zemmer 

98 KM 1600HM

 

21.10.2009  5:15 Uhr

Der Wecker klingelt und ich schälte mich aus dem Bett in 30 min gings los. Schnell noch ein paar Schnittchen und auf.

 

Nachdem die Räder verstaut waren gings zügig gen Süden.

Unser erster Stop war in BRUCH. Von hier aus fuhren wir auf der Straße Richung Norden nach MANDERSCHEID um dort in den Eifelsteig einzusteigen. Nach 25 KM und 400 HM waren wir am Ziel und mir wurde langsam etwas mulmig in den Knochen.

Das Liesertal hinab vorbei an meiner Sturzstelle hatte ich doch ordentlich Respekt und fuhr sehr verhalten. Das feuchte Laub auf dem felsigen Untergrund machte die Sache auch nicht leichter und so hielt sich meine Begeisterung zunächst in Grenzen. Bei besten Wetter durchfuhren wir diesen sehr schönen Teil des Eifelsteigs.

Bald kam das KLOSTER HIMMEROD und wir hatten somit weitere 18 KM und 550 HM in den Beinen. Die nachfolgende Etappe machte richtig Meter und führte uns über schöne Wege 20 KM bis BRUCK. Obwohl sie mit 370 HM nicht leicht war, war sie doch schnell bewältigt. Gegen 15 Uhr waren wir wieder am Auto und überlegten, wie es weitergehen sollte. Ich war ordentlich KO  aber im Ort gab es keine Unterkunft und so beschlossen wir mit den MTB nach ZEMMER aufzubrechen. Christian machte das Zimmer im  "Hotel Denis" klar und weiter gings. Nun wurde es hart. Ich fuhr absolut auf Reserve und es waren nochmals 350 HM und 15 KM zu fahren. Über einen kaum befahrbaren Wurzelweg gings zunächst parallel der Straße, bevor der Eifelsteig steil bergauf führte. Ich schob von Krämpfen geplagt während Christian die letzten Körner verballerte. Es ging weiter über schlecht rollende Forstwege und endlich war irgendwann ZEMMER in Sicht. Nun mussten wir nur noch die 15 KM zurück das Auto holen. Nach all der Schinderei hatten wir auf diesem Weg auch noch einen respektablen Gegenwind. Zumindest ging es bis auf wenige Kilometer und kleinere Wellen bergab. Endlich wieder am Auto packten wir zusammen und fuhren wieder nach ZEMMER.

 

 Im Hotel angekommen verspeisten wir zunächst einen übriggebliebenen Schnittchenteller, bezogen unsere Zimmer, erledigten das Pflegeprogramm und aßen zu Abend.

 

 

 

 


 

 

 

 

 

2.Etappe Zemmer - Trier - Zemmer 68 KM 1100HM

Der 2. Tag begann und es nieselte. Nach ausgiebigen Frühstück schwangen wir uns gegen 10 Uhr auf die Räder. Bis KORDEL gings stätig bergab und die letzten 5 KM sogar auf einem Radweg. Ab KORDEL quälten wir uns dann kaum fahrbar bergan. Christian gab vollgas, während ich zunächst schob. Das Profil der Etappe sagte alles. Fast 700 HM auf 18 KM waren schon eine Ansage. Aber es lief gut und trotz des mäßigen Wetters hatten wir mächtig Spaß. Vor allem die Kletterpassagen im "Butzerbachtal" und die Waldabfahrten waren spitze. Plötzlich nach einer weiteren Passage standen wir auf einer Hauptverkehrsstraße. Nach kurzem Blick auf die Karte war klar, das wir Trier schon sehr nahe waren. Noch 100 HM die es aber absolut in sich hatten, trennten uns noch von unserem Ziel. Nach einem brutalen Anstieg gings über einen Höhenzug längs der Mosel hinunter nach Trier. Nach obligatorischen Fotos und einer Stärkung in der örtlichen Bäckerei gings zurück nach ZEMMER. Auf dem Rückweg ließen wir nochmal die Funken fliegen. Für die 32 KM und ca.400 HM auf Radweg und Straße benötigten wir eine knappe Stunde.

 

und wieder!!!

 

 

 

Dank an Christian für diese Tour,

es war  großartig!!!

 

 

Gesamtdaten:

 

424 KM - 8300 HM - 27:53:00 STD -15,2 KM/H