7 Etappen
18 Pässe
689 KM
15310 Hm
Durch einen glücklichen Zufall bin ich nun Mitglied einer Gruppe von Radsportlern die sich dieser Herausforderung stellen wollen. In den Sommerferien gehts los!!!
1. Tag 94 KM 2260 HM Col de Gets 1163m
2. Tag 98 KM 2460 HM Cormet de Roselend 1967m
3. Tag 79 KM 1910 HM Col de I`Iseran 2720m
4.Tag 111 KM 1810 HM Telegraph, Galibier 2642m, Lautaret
5.Tag 101 KM 2170 HM Col de Izoard 2360m
6.Tag 105 KM 2670 HM Col de la Bonette 2808m
7.Tag 101 KM 2300 HM Col de Turini 1607m
Höhenmeter ich komme!
Freitag 19.07.2013 Soest "Start up"
Um 19 Uhr luden Taucher und ich Meine Radsachen ins Auto und ab gings nach Soest wo wir am nächsten Morgen starten wollten. Hatte ich auch an alles gedacht?! Mit einem etwas komischen, aber erwartungsvollen Gefühl im Magen ging es los. Zunächst gings nach Soest wo Rainer den Rest seiner Sachen einlud und dann weiter nach Lendringsen zur Beladung unseres Transportwagens inklusive Hänger. Nach gut 1,5 Std war auch dieses erledigt und wir fuhren zurück zu Taucher um uns letztmalig für die Fahrt zu stärken. Dank Nina gab es allerlei Leckeres. Natürlich hatte ich das ein oder andere vergessen z.B Handtücher) aber zu meinem Glück war Taucher gut ausgestattet und konnte mir welche borgen.
Samstag 20.07.2013
Nach einer sehr kurzen Nacht standen Taucher und ich morgens um 4:30 an der Straßenecke wo wir eingesammelt werden sollten. Nach kurzer Wartezeit rollte tatsächlich unser Tour mobil vor und wir stiegen zu den anderen und machten es uns gemütlich. Nach einem kurzen aber spannenden Wendemanöver mit Hänger hatten wir auch Peters Navi mit an Bord. Nur gings weiter nach Werl, wo wir noch Peter 2 aufgabeln mussten. Nachdem wir nun komplett waren ging es auch geradewegs gen Süden zu unseren 1. Haltepunkt bzw. Startpunkt der 1. Etappe. Nun ja, mehr oder weniger direkt, denn Peters Navi hatte noch die ein oder andere Umleitung für uns im Repertoire. Die Frage ob wir für den Anhänger auch eine Plakette bräuchten wurde lange und kontrovers diskutiert, und schließlich zurecht mit Ja beantwortet. So gab es bei der Grenzüberschreitung in die Schweiz keine weiteren Probleme. Als der Genfer See in Sicht kam machte sich Urlaubsstimmung breit. Auf der Landstraße umkreisten wir den See in Richtung Startort. Kurz noch über die Französische Grenze, welche eher einem Marktstand mit Grenzpolizei glich, näherten wir uns Thonon-les-Bain unserem Startort. Ca. 5 Km vorher organisierten wir uns einen Campingplatz. Mit einer Mischung aus gebärdensprachlich begleitetem Französisch-, Englisch-Deutschgemisch funktionierte dies recht gut und so war der erste Zeltplatz sicher. Noch etwas ungeschickt begann das erste Zeltaufbau und Abendessenzubereiten. Ein Einkaufsteam besuchte den örtlichen Hypermarche und stockte die Nahrungsreserven auf. Taucher und ich bildeten ein Zelt- und Radsport welches in den kommenden Tagen noch die eine oder andere Herausforderung bewältigen würde. Peter & Peter, sowie Daniel, Tobias und Andreas bildeten die anderen Zeltteams. Mit 2 Peters ans Bord war die Kommunikation natürlich schwierig und so musste der anscheinend nicht so beliebte Zweitname in Kurzform (Jupp) kurzfristig diese Dopplung auflösen.
Während einige im See schwimmen gingen, pflegten andere ihre Räder oder suchten verzweifelt eine Netzanbindung für ihr Handy.
Sonntag 21.07.2013
Startort: Thonon-Les-Bains
Zielort: le Grand Bonard
Etappenlänge: 101 Km
Höhenmeter: 2000
Pässe: Les Gets, Col de la Colombiere
Die Nacht endete gegen 7:30 Uhr als ich die ersten Stimmen vor dem Zelt höre. Bis wir alle unseren Krempel zusammengepackt, gefrühstückt und eingeräumt haben wird es 10:00 Uhr. Die Sonne brennt schon ungewohnt stark auf uns und so verstecken wir uns im Schatten so oft es geht. Dann plötzlich wurde es etwas hektisch.
Noch schnell einige Fotos und dann rollten wir unserer ersten Etappe entgegen. Mit voll aufgeladenen Akkus gings auf Richtung Mittelmeer. Die ersten Meter waren ungewohnt doch schon bald fanden wir unseren Tritt. Die ersten Kilometer gestalteten sich eher flach aber nach und nach stiegen mit den Temperaturen auch die Steigungsprozente. Gut durchfeuchtet erwartete uns das Tour Mobil an der Ortsausfahrt Les Gets.
Nach kurzer Erfrischung und Stärkung ging es weiter nach Cluses von wo aus wir den ersten Pass in Angriff nahmen. Ich fühlte mich ganz gut und so trat ich nach Zeitfahrmanier in die Pedale. Die Gruppe flog auseinander. Nach ein paar Kilometern schaltete ich einen Gang kleiner. Tobias und Andreas zogen langsam von davon. Ich fand meinen Tritt aber die zunehmend stärker werdende Hitze machte mir zu schaffen. Schnaufend zog Jupp an mir vorbei. Ich näherte mich einem kleinen Örtchen und es wurde steiler und heißer. Das läuft ja nicht gut dachte ich als ich mich um eine weitere Kurve gequält hatte als ich plötzlich Jupp und Andreas im Schatten eines Baumes am Straßenrand stehen sah. Ich rollte langsam vorbei in der Hoffnung den schon Sichtbaren Scheitelpunkt ohne Stopp erreichen zu können. Hinter mir klackten die Pedale und nach einiger Zeit überholten mich die Beiden wieder. Der Pass war in Sicht aber irgendwie kam er nicht näher. Ich hatte keine Power mehr aber es war auch kein schattenspendender Baum in Sicht. Dann Endlich ein Gebüsch am Straßenrand welches ein wenig Schatten bot. Nach wenigen Minuten fuhr ich weiter und nach einer gefühlten Ewigkeit rollte ich auf den so ersehnten Gipfelparkplatz. Trotz Hitze beim Anstieg war es oben kalt und ein scharfer Wind pfiff. Das erste Gipfeltrüppchen nahm die Abfahrt in Angriff, verbunden mit der Aufgabe schon mal einen Campingplatz zu organisieren. Gemeinsam mit Jupp, Andreas und Tobias stürzten wir uns in die Abfahrt welche und rasant und kurvenreich nach le Grand-Bonard brachte wo noch alles von der Tour de France geschmückt war. Ein Campingplatz war bald gefunden. Andreas und ich fuhren zurück zur Hauptstraße um das Tour Mobil, Taucher und Peter abzufangen und zum Campingplatz zu begleiten. Irgendwann kamen sie dann auch angerollt und gemeinsam fuhren wir die 500 m bis zu unserem Nachtquartier. Das nun täglich wiederkehrende Aufbau-Körperreinigungs- und Essenszubereitungsprozedere begann und wurde gekrönt von einem W-Lan Account. Nach Nudeln mit Salat waren alle gestärkt und regenerierten fröhlich vor sich hin. Bemerkenswert war die Abfahrtsgeschwindigkeit von Jupp die alle über den Tag hinweg stark beeindruckt hatte und so formierte sich ein neuer Team Name für Jupp. „Falke von Werl“ welcher im Laufe des Abends noch zu Hawkeye mutierte. Hieran war möglicherweise auch der ein oder andere Schluck der speziellen isotonischen Sportgetränke schuld. Gegen 22:00 fielen alle mehr oder minder erschöpft ins Bett. Für mich stand morgen das Tour Mobil an, das glaubte ich zumindest.
Montag 22.07.2013
Startort: le Grand-Bornand
Zielort: Bourg Saint Maurice
Etappenlänge: 98 Km
Höhenmeter: 2460
Pässe: Col de Aravis, Col de Saisies, Cormet de Roselend
Nach einer relativ entspannten Nacht wachte ich wie gewohnt gegen 7 Uhr auf. Taucher röchelte noch ein wenig neben mir aber nebenbei sendete er auch das ein oder andere Lebenszeichen. Mein
Tour-Mobil-Tag stand heute an und so konnte ich alles etwas gelassenen angehen. Nach dem morgendlichen Pflichtprogramm belud ich den Anhänger während die anderen sich Startbereit machten. Wie
immer das Morgenphoto, dann gings los. Als ich den Wagen starten wollte röhrte zwar der Anlasser aber sonst auch nichts. Nach 5 oder 6 weiteren hektischen Versuchen griff ich verzweifelt zum
Handy und erreichte glücklicherweise Taucher. Nach ein paar Minuten kam Tobias wieder um die Ecke gebogen. Nach einigen weiteren erfolglosen Versuchen öffneten wir die Motorhaube und erkannten
schnell, dass wir von Nix ne Ahnung hatten. Dann kam Tobias die Idee mal den anderen Schlüssel auszuprobieren. Obwohl ich skeptisch war und mir nicht vorstellen konnte was das bringen sollte,
probierte ich es und siehe da, der Wagen sprang sofort an. „Technik“ Mit fast 20 Minuten Verspätung ging es nun los. Ich begleitete die Truppe ein wenig, machte Foto aber überholte
schließlich. Am Col de Aravis parkte ich das Tour Mobil 1,5 Km unterhalb des Gipfels und setzte
mich mit unserem offiziellen Tourbuch (Alpenpässe und Anchovis) in den spärlichen Schatten des Anhängers. Auf der Abfahrt konnten wir einen Blick auf den Mt.Blanc ergattern.
Es dauerte nicht lange da rollten die Ersten an und nahmen kurz Wasser auf. Nachdem alle gestärkt waren ging es weiter zum Col de Saisies. Ich nahm den Anstieg spielend, wartete aber diesmal 3 Km vor dem Gipfel und nahm wieder das Buch zur Hand. Nach einiger Zeit kamen die Bergziegen wieder angerollt. Einige Seiten Später auch der Rest. Peter war schon ordentlich angezählt und ließ durchblicken das er nach dem Pass das Tour Mobil übernehmen wollte. Also fuhr ich über den Pass auf der Suche nach den anderen. Vergeblich keiner zu sehen. Nachdem ich einen Parkplatz gefunden hatte zog ich mich um und machte mein Rad startklar. In les Saisies, wimmelte es nur so von Downhillern, und so konnte ich, während ich wartete das ein oder andere gewagte Manöver beobachten. Dann kamen Taucher und Peter angerollt. Taucher befüllte nochmals seine Trinkflaschen dann gingen wir in die Abfahrt. An einem Abzweig waren wir uns nicht ganz sicher. Da wir aber weder eine Karte hatten, aber auch nicht auf das Tour Mobil warten wollten, setzten wir alles auf eine Karte und bogen links ab. Es wurde immer einsamer. Wir passierten eine kleine Ortschaft, dann war da nur noch eine eher schlechte Landstraße. Wir rollten und rollten und ich hoffte nur, dass wir auf dem richtigen weg waren. Schließlich nach einer weiteren Kurve kam das erlösende Schild, was uns betätigte das wir richtig waren. Wir bogen links ab und befanden uns sofort im Anstieg zum Col de Roselend. Es ging steil bergauf 8-10% und wir schneckten über die Straße als sich am Himmel dunkle Wolken auftürmten und es zu donnern begann. Wir fuhren noch in vollem Sonnenschein als es plötzlich zu regnen begann. Der regen steigerte sich zu einem Wolkenbruch und so fuhren wir eine Zeit lang. Klatschenass schraubten wir uns weiter den Berg hinauf als uns Peter mit dem Tour Mobil überholte. Wir erfuhren, dass wir falsch gefahren waren aber die anderen, welche sich in ein Café gesetzt hatten, überholt hatten. Es wurde flacher und wir umfuhren den Lac de Roselend als die anderen hinter uns in Sicht kamen.“ Mehr habt ihr nicht drauf“ so motivierte Taucher unsere Verfolger. Als sie uns schließlich eingeholt hatten brachte Tobias für Taucher ein kleines Zusatzgewicht mit.
Damit dieser nicht mehr “so schnell“ berghoch fahren konnte. Komischerweise entledigte sich Taucher des Steins sofort. Die letzten Kilometer waren landschaftlich sehr schön aber auch sehr anstrengend. Dann endlich nahmen wir die Abfahrt unter die Pedale. Die anderen waren schon vorausgeeilt als Taucher und ich in die Abfahrt gingen. Und was für eine Abfahrt das war. Serpentine an Serpentine bis wir abrupt wegen einer Schafherde abbremsen mussten. Trotz Tauchers 1 A Sahnelächeln verzogen die Schäfer keine Miene. Egal weiter gings bergab wo wir schließlich in Bourg Saint Maurice einrollten. Nach einer kurzen Campingplatzschnitzeljagt war auch für eine Übernachtungsmöglichkeit gesorgt. Nach dem Einchecke (zunächst wurde uns eine falsche, bereits besiedelte, Parzelle zugewiesen) Egal, dass Abendprogramm wartete und uns erwartete ein leckeres Grillabendessen.
Der drohende Regen verzog sich so dass wir eine trockene Nacht hatten, was bei einem nicht Wasserdichten Zelt von extremen Vorteil war. Mit knapp 1200 Hm und 52 Km auf dem Rad ging dieser Tag für mich zu Ende.
Dienstag 23.07.2013
Startort: Bourg Saint Maurice
Zielort: Lanslebourg
Etappenlänge: 79 Km
Höhenmeter: 1910
Pässe: über Val d` Isere, Col de I`Iseran
Ich erwachte mit guter Laune, während Taucher mir vom Geschnarche unserer Nachbarn berichtete, welches ihn nicht zur Ruhe kommen ließ. Dank Ohropax für mich kein Problem, obwohl die Isomatte nicht die beste Entspannungsgrundlage für einen erholsamen Schlaf darstellt. Auch ich erwachte immer wieder vor allem dann wenn Arm oder Bein mal wieder nach Durchblutung schrien.
Rambam los gings!!! Raus aus der Stadt in den ersten Anstieg nach Val dÌsere. Peter führte die Truppe in der Berg aber irgendwie juckte es in den Beinen und ich trat an. Noch 19 km bis Val dÌsre und ich übernahm die Führung. Mei Mäusekino zeigte 150 Puls bei 260 Watt. Tobias und Hawkeye folgten mir, die anderen ließen es ruhiger angehen.
Die Kilometer Schilder flogen an uns vorbei. Noch 5 Km und es wurde steiler und ich konnte das Tempo nicht mehr halten. Kurz vor einer Kuppe zogen Tobias und Hawkeye davon. Ich gab Gas und nach der Kuppe war ich wieder bei Hawkeye aber Tobias war weg. Wir gaben gas aber eine Ampel über die es Tobias kurz vor uns noch schaffte bremste und ein. Minuten vergingen als Daniel zu uns an die Ampel rollte. Gemeinsam gings die letzten Kilometer die durch Tunnel und Lawinenverbauungen führten. Schließlich wurden wir in Val d Isere ausgespuckt und schon bald hörten wir die Rufe unseres Tour Mobil-Fahrers. Pause!!! Essen und Trinken war nun angesagt während in den nächsten Minuten die anderen langsam eintrudelten. Ich wurde von einem sanitären-Entspannungsgefühl überfallen und suchte die nächst mögliche Toilette auf. Ich fand diese an einem Campingplatz am Ortsende. Da es dringend wurde und ich an der Rezeption niemanden sehen konnte huschte ich durch, wurde aber direkt nach vollbrachter Tat von einem grimmig schauenden Mann um 50 Cent erleichtert. All meine Versuche ihn von der unausweichlichen Dringlichkeit meiner Aufgabe zu überzeugen ließen seine Laune nicht besser werden. Tobias wartete an der Straße auf mich, die anderen waren schon im Berg. Meine Beine waren unentspannt so zog er davon. Ich musste erst wieder in den Tritt finden. Dabei überholte ich Peter und dann begann der Anstieg zum Col de I`Iseran.
Es war hart ich hatte Atemprobleme. Nach den ersten Kilometern lief es besser aber der Druck vom Vormittag war nicht mehr da. So schlängelte ich mich immer weiter bergauf, begleitet von tollen Ausblicken (Murmeltiere) und den Anfeuerungsrufen von Wanderern welche die Straße kreuzten.
Irgendwann zeigten die Kilometerschilder welche jeden Anstieg begleiteten dass ich bald oben sein würde. Motiviert beschleunigte ich etwas. Irgendwann kamen die letzten Kehren in Sicht und ich war oben angekommen. 2770m ü.NN es zog ein kühles Lüftchen über den Berg und die Schneefelder taten ihr Übriges um für Abkühlung zu sorgen. Nach dem Gipfelfoto (Ohne Peter) beschlossen wir die Abfahrt anzugehen. Taucher, der heute tour Mobiltag hatte sollte auf Peter warten. Was für eine Abfahrt, unbeschreiblich!!! Tolle Ausblicke, die Straße schlängelte sich am Bergrücken entlang um sich dann in Serpentinen herabzuschrauben. Die Unterarme brannten, aber es ging gnadenlos weiter runter. Dann kamen ein Dorf und ein Hochtal in Sicht. Hawkeye und ich beschlossen hier auf Peter zu warten. Ein Blick auf die Uhr verriet, dass wir 1000 Hm in knapp 15-20 Minuten herabgedonnert waren (Peter meinte 10 Minuten) Nun begann das Warten. Irgendwann entdeckte ich hoch oben am Berg unser Tour Mobil. Und tatsächlich, da war auch Peter. Doch dann sahen wir den Bus stehend auf der Straße. Was war passiert? Bange Minuten des Wartens vergingen. Endlich rollte der Bus los, aber von Peter keine Spur. Endlich kam Taucher bei uns an!!! Platten kein Sturz so lautete die Diagnose. Nach einigem Hin und Her fuhren Hawkeye und ich zu Peter um Reparaturunterstützung zu gewähren. Diese wurde auch dankend angenommen und so ging es mit einiger Verzögerung schließlich irgendwann weiter. Zwischendurch wurde ich vom Zeitfahrfieber gepackt was von Peter und Hawkeye aber teflonartig abperlte. Der Zeltplatz welcher sich am Ende des Städtchens befand konnte mit einer direkten Flussanbindung und jeder Menge Mücken aufwarten welche uns besonders während unseres französchen Pizzaabends besonders auf die Nerven gingen. Die Pizza in meinem Fall eine Calzone war aber sehr lecker, obwohl wir echt lange darauf warten mussten. Schon im Dunkeln ging es zurück zum Zeltplatz und dann ohne große Schnörkel direkt ins Zelt.
Mittwoch 24.07.2013
Startort: Lanslebourg
Zielort: Briancon
Etappenlänge: 114 Km
Höhenmeter: 2200
Pässe: Col de Telegraph, Col de Galibier, Col de Lautaret
Trotz buckeligem Untergrund erwachte ich erfrischt. Taucher bemängelte das der Fluss sich nicht an die Nachtruhe gehalten hätte aber was sollte man da machen. Auf der Anfahrt zum Col de Telegraph ging es zunächst bergab, so ca. 45 km. Leider hatten wir vollen Gegenwind uns so ging ich nach vorn und fuhr in Zeitfahrmanier gegen den Wind. Natürlich bin ich am entscheidenden Abzweig vorbeigebrettert, aber die anderen konnten mich noch bremsen. Von unten konnte man den Col d. T schon sehen, er thronte auf der riesigen Wand direkt vor uns. Für einen kurzen Moment fragte ich mich wo wohl die Straße entlangführt aber dann konnte ich schemenhaft die Schneisen im Wald erkennen. Ich blieb bei Taucher und Peter und gemeinsam erreichten wir den Gipfel. Nach dem obligatorischen Foto ging es nun erstmal bergab bevor der Galibier auf uns wartete.
Die Auffahrt war toll, ich blieb wiederum bei Taucher und gemeinsam durchfuhren wir die verschiedenen Vegetationszonen.
Über der Baumgrenze eröffneten sich traumhafte Ausblicke und die Straße wand sich wie eine Schlange durch die Geröllfelder.
Gipfelfoto und dann die Abfahrt nach Briancon.
Der erste Teil stand ganz im Zeichen der überwältigenden Landschaft. Vor allem der Gletscher vor dem Col de Lautaret war beeindruckend. Ebenso wie die plötzliche Hitze welche sich breit machte. Nachdem wir die Windwesten wieder verstaut hatten ging es weiter bergab zusätzlich angetrieben von einem extremen Rückenwind. Die Straße war breit und nur mäßig kurvig und so erreichten wir 70 Km/h im rollen über mehrere Kilometer. Als es flacher wurde gab ich nochmals Gas was die Gruppe allerdings umgehend zerfetzte. Dann kam Briancon in Sicht und wir nahmen Tempo Raus. Der Campingplatz war etwas abgelegen aber dafür sehr schön. Zu Tauchers Leidwesen mussten wir aber nochmals ca. 3 Km bergauf, deshalb gab es heute 4 Col`s. Der letzte war der Col de Campingplatz. Erwähnenswert wäre noch die zunehmende Professionalität beim Zeltaufbau und der Essenszubereitung. Jeder hatte anscheinend seine Aufgaben gefunden und wie ein Mini-Ameisenhaufen begannen alle sofort arbeitsteilig, automatisch irgendwas zu erledigen ohne dabei irgendwie Hektik zu verursachen. Neben dem Obligatorischen Salat mit Tomaten, Zwiebeln, viel Knoblauch…gab es mal wieder Nudeln. Dabei mussten jede Menge Baguette und Käse ihr Leben für unser Wohlergehen lassen. Neben dem Regenerationsbier fand der Regenerationsrotwein immer mehr Zuspruch, welcher immer frisch aus dem 5 Liter Plastikfass dekantiert wurde. Prost !
Donnerstag 25.07.2013
Startort: Briancon
Zielort: Jausiers
Etappenlänge: 101 Km
Höhenmeter: 2170
Pässe: Col de Iseran, Col de Vars
Der Tag startete Routinemäßig. Als die Sonne uns erreichte begann das große Schwitzen welches uns den ganzen Tag über erhalten blieb. Zunächst eine kurze Abfahrt vom Col de Campingplatz nach Briancon um dann direkt der Iseran in Angriff zu nehmen. Was soll ich sagen, wiederum ein Traumberg. Die ersten Kilometer blieb ich wieder bei Taucher. Irgendwann merkte ich das es mir schwerfiel die niedrige Trittfrequenz weiterzutreten. Außerdem wurde es Heiß und anscheinend hatte es sich unter den ortsansässigen Fliegen herumgesprochen das Radfahrer leckere Mineralstoffquellen sind. Taucher brachte es am Ende des Tages auf den Punkt:“ Ich hab mich gefühlt wie ne Kuh“ Und genauso war es hunderte von Fliegen überall. Leicht genervt trat ich in die Pedale und zog davon. Leider ließen sich die Fliegen nicht beirren und folgten selbst meinen überraschenden Ausweichmanövern problemlos. Nach einigen Kilometern kam ich in die baumfreie Zone wo es kühler wurde und ein leichter Wind wehte. Hier endlich gaben zumindest einige meiner Begleiter auf und als schließlich der Pass in Sicht kam war ich fast Fliegenfrei. Besonders das letzte Stück war deshalb ein Genuss. Der Col de Iseran war bezwungen und nun folgte wieder eine Granatenabfahrt. Leider wieder bei Gegenwind. Die Straße schmiegte sich an die Felswand einer engen Schlucht welche uns schließlich in Guillestre ausspukte. Da am Iserangipfel kein Tour Mobil bereitstand war ich bereits oben, ohne Wasser und Essen weitergerollt. Das war ein Fehler, ich fühlte mich schlecht hatte Magen-Und Kopfschmerzen. In Guillestre wartete Peter auf uns und ich Verpflegte mich ordentlich. 42 Grad zeigte mein Tacho an und wie immer nahmen wir uns einen Berg in der Mittagshitze vor. Mir war übel als Taucher uns in der Col de Vars brachte. Die Gruppe flog sofort auseinander. Mit jedem Kilometer ging es mir aber überraschenderweise besser. Das Wasser floss in Strömen aus meinen Poren, zeitweise konnte man von Regen sprechen aber mit zunehmender Höhe nahm der Wasserdurchsatz ab. Zwischendurch schöpfte ich Wasser an einer Bergquelle und wir gossen uns das eiskalte Nass über Arme und Beine. Weiter oben kamen wir durch den Ort Vars. Es war Steil aber so hatten wir wenigstens etwas Ablenkung. Den letzten Kilometer ließ ich Taucher hinter mir und trat nochmals in die Pedale. Und wieder Gipfelfoto und danach natürlich wieder eine Abfahrt. Auch auf dieser abfahrt hatten wir Gegenwind und so ging ich wieder nach vorn und gab Gas, aber auch diesmal sprengte ich die Gruppe. Zumindest entging mir diesmal nicht der Campingplatz auf dem wir die Nacht verbrachten. In dem kleinen Dörfchen organisierte Daniel Hackfleisch für eine 1A Hackfleischsoße mit der wir später unsere Nudel aufwerteten. Zeitgleich machte ich mich auf den Weg im Ortsansässigen Sportgeschäft ein 32 Ritzel für Taucher zu organisieren. Leider ohne Erfolg! Nach dem Essen gab es noch eine wichtige Entscheidung zu treffen. Wir hatten 2 Routenoptionen. Entweder über den Col de la Cayolle und den Col de la Couillole nach San Sauveur sur Tinee, oder über den Col de la Bonette und den Col de st.Martin nach St-Martin de Vesubie. Nach einigen Überlegungen viel unsere Wahl auf die Zweite Variante für unseren Vorletzten Tag. Es gab 2 Argumente welche dafür sprachen. Erstens würden wir den höchsten Pass Europas überfahren. Und zweiten würde unsere letzte Etappe um 30 Km verkürzt wenn wir uns dieser Herausforderung stellen würden. Gesagt…
Freitag 26.07.2013
Startort: Jausiers
Zielort: St-Martin de Vesubie
Etappenlänge: 108 Km
Höhenmeter: 2660
Pässe: Col de la Bonette, Col de St. Martin
Wie besprochen starteten wir am nächsten Tag in Richtung Col de la Bonette. Der Anstieg ließ auch nicht lange auf sich warten. Die nächsten 25 Km sollten uns auf 2808 m ü NN bringen. Ich fühlte mich gut und so suchte ich meinen Tritt. Tobias (Pantani) war an meiner Seite aber als es steiler wurde zog er langsam aber sicher davon. Ich hatte meinen Tritt gefunden. Mein Puls pendelte um die 145 bei 70-80 Umdrehungen/min und die Kilometer zerronnen unter meinen Kurbelumdrehungen. Schließlich näherte ich mich dem Gipfel und die letzten Meter mit über 20% galt es zu bezwingen. Geschafft, knapp unter 2 Stunden überfuhr ich die touristenverseuchte Gipfelstraße. Was für ein Ausblick ! Nachdem ich mich trockengelegt hatte labte ich mich an den zuvor präparierten Vorräten und wartete mit Andres und Tobias auf die Anderen. Sie tröpfelten so nach und nach ein und irgendwann ging es auf die Abfahrt. Geschwindigkeitsrausch ohne Ende, die Landschaft veränderte sich und auch die Gerüche waren anders. Zunehmend mediterrane Flora wurde sichtbar als wir immer mehr Höhenmeter vernichten tiefer kamen. Hawkeye war davongeeilt und wir entledigten uns unserer Windwesten. Am nächsten Abzweig wartete er auf uns und nun gings wieder gegen den Wind bergab. Nachdem wir das Städtchen St-Etienne de Tinee passiert hatten brach der Zeitfahren wiederum aus mir hervor. Mit teilweise 50 Km/h fuhren wir das Tinee Tal bei extremen Gegenwind hinab. Zwischenzeitlich begann es zu regnen und wir schossen durch die Dampf Schwaden wie an einer Perlenkette aufgereiht hinab. Das Tal wurde eng, die Straße schmiegte sich an den Fels und ich gab weiter Gas. Hätte ich nachgedacht wäre mir vielleicht eingefallen das nochmal 20 Km Anstiegt anstanden. So offenbarte sich mir erst bei der letzten Verpflegungsstelle das ich wohl doch ein paar Körner verloren hatte. Au weia jetzt noch 20 km bergauf. Taucher stieg total leer zu Peter in den Bus und auch ich wurde von einer plötzlichen Lustlosigkeit befallen aber jetzt gab es kein Zurück mehr. Andreas, der bis dahin den Bus gefahren hatte stieg nun auf Rad um den letzten Berg unter die Hufe zu nehmen. Bis zum Anstieg waren es nochmals 5 Gegenorkankilometer. Das Tal war sehr eng und so wurde der Wind extrem beschleunigt. Ich trat voll rein und kam kaum über 25 km/h (bergab!!!!) dann ging es scharf links hoch, mit einem mal war der Gegenwind weg und die schwüle Hitze war zu spüren. Ich hatte das Gefühl ich würde in heißer Suppe fahren. „Scheiße“ dachte ich nur als die anderen davonzogen. Die ersten Kilometer waren eine Qual aber irgendwann kehrten Leben und Willen in mich zurück ich fand meinen Tritt und gab Gas. Je höher ich kam umso dunkler wurden die Wolken. Es donnerte aber bis zum Gipfel wurde ich von Regen verschont. Oben angekommen warteten die anderen schon auf mich. Gemeinsam ging es auf der anderen Berg Seite in die Abfahrt wo es anscheinend sehr stark geregnet hatte. So wurden wir zum Abschluss des Tages doch noch nass. Vor St-Martin de Vesubie fanden wir einen Campingplatz der diesmal wieder direkt neben einem munter sprudelnden Bach lag. Dezibel Messungen ergaben einen Wert von 60. Nun ja. Abend wurden wir dafür mit jeder Menge Natur belohnt. Umzingelt von hunderten Glühwürmchen tauchten wir in die letzte Nacht ein.
Samstag 27.07.2013
Startort: St-Martin de Vesubie
Zielort: Menton
Etappenlänge: 75 Km
Höhenmeter: 1400
Pässe: Col de Turini, Col de Castillion
Nachdem wir in letztes Mal den Zeltplatz geräumt hatten gab es zunächst wieder eine traumhafte Abfahrt. Taucher führte uns in den Col de Turini der mit 1000 Hohenmetern unser letzter Brocken war. Paff ich merkte sofort meine Beine. „Ui fühlt sich irgendwie unlocker an“ dachte ich und hoffte auf Besserung.
Aber mein Warten wurde nicht belohnt und so wurde der eigentlich sehr schöne Waldanstieg zur Quälerei. Nebenbei zog sich dieser Berg auch noch ewig hin. Serpentinen, Kurven und kein Ende in Sicht. Es war sehr heiß und das verbesserte die Lage nicht sonderlich und so kam ich genervt oben an. Ich zog den Colajoker und verzehrte was ich unter die Finger bekam. Nach der Abfahrt fühlte ich mich besser vor allem mit der Gewissheit das nun nur noch 390 Höhen Meter zu bewältigen waren. Damit diese wenigsten etwas schwierig waren hatten wir es genauso eingerichtet, das wir diese genau zur Mittagszeit zu bewältigen hatten. Zusammen mit Peter und Taucher schwitzten wir auch diesen letzten Anstieg voll. Dann sahen wir die anderen und uns wurde schlagartig klar dass es jetzt nur noch bergab nach Menton gehen würde. Unser Ziel lag also in greifbarer Nähe. Wir rollten los. Nach ein paar Kilometern kam uns Hawkeye entgegen der den Bus in Menton abgestellt hatte und uns nun entgegengefahren kam. Gemeinsam rollten wir ein letztes Mal bergab und scheinbar im nächsten Augenlick waren wir in Menton, von Autos und Lärm umgeben. Wir führen Zielsicher gen Mittelmeer und dann lag plötzlich der Kiesstrand vor uns. Wir stellten unsere Räder ab und vielen uns in die Arme. Geschafft!!! Dann kraxelten wir ein paar Meter weiter, legten unsere treuen Weggefährten vorsichtig ins Kiesbett und enterten das Mittelmeer nachdem wir uns fast aller Kleidung entledigt hatten.
Mich überkam nochmals dieses „Geschafft“ Gefühl als ich endlich rücklings im Wasser trieb. Nachdem wir alle ausgiebig geplantscht hatten nutzten wir die Stranddusche um uns das Salzwasser abzuwaschen.
Daniel fuhr mit Hawkeye zum Bahnhof, welcher eine Bahnkarte zur Weiterfahrt nach Toulon brauchte, während die anderen und ich zum Bus zurückführen welcher auf dem Parkplatz eines Supermarktes stand. Bei 36 Grad beluden wir das Auto und packten den Hänger. Hierbei floss der Schweiß abermals in Strömen. Irgendwann musste Hawkeye los und nachdem er sich verabschiedet hatte brachte Tobias ihn zum Bahnhof. So endete die Gemeinschaft der Soester Les Grandes Alpes Gruppe still und leise auf einem Supermarktparkplatz in Menton.
Rückfahrt 27.7.-28.7.2013
Startort: Menton
Zielort: Lendringsen (bei Soest)
Etappenlänge: 1200 Km
Höhenmeter: ?
Pässe: ?
Wir starteten ohne weitere Verzögerungen und verließen Frankreich in Richtung Italien. Im Bus war es ebenfalls heiß und wir schwitzten weiter als würden wir noch Radfahren. Unser nächstes Ziel war Andermatt. Hier setzten wir gegen 0:30 Uhr Peter samt seiner Ausrüstung neben dem Campingplatz ab. Für ihn gings ab hier weiter. Ich döste auf der Rückbank bis ich gegen 03:00 Uhr das Steuer übernahm. Dieses gab ich erst in Lendringsen wieder her, wo wir gegen 8:30 sonntags morgens ankamen.
Was für eine Tour
Danke!!!