Nach reibungslosem Check in gings über den Genfer See gen Malle. Der weitere Transfer bis ins Hotel war auch kein Problem. Schnell ins Hotel eingebucht und die Zimmer bezogen, denn wir wollten auf jeden Fall noch aufs Rad. Dank 1 A Hürzeler-Service hatten wir auch alsbald unsere Räder unterm Hintern. Kurze Zeit später rollten wir bereits in Richtung Pollensa und als erste Herausforderung in die erste Welle von Cap Formentor. Nach kurzem Ausblick gings zurück ins Hotel und zum ersten Abendessen.
Nach sehr gutem Frühstück sammelten wir uns zur 1. Tour vor dem Haupteingang. Wir rollten los und kaum war das Hotel hinter uns verschwunden hatten wir den ersten Platten. Im weiteren Verlauf ereilte uns dieses Schicksal noch 3. Mal. Zu erwähnen wäre auch noch ein verlorengegangener Tacho... Nach gefühlten 2 Std. waren wir also 20 Km gekommen, da teilte sich unsere Radsportgemeinschaft in 2 Gruppen.Schweiger bog ab zu einer verkürzten Runde.
Nun kamen wir gen Manacor gut ins Rollen. Wetter und Straßen waren uns wohlgesonnen. In Arta teilte sich die Restgruppe nun nochmals. Die Eremita "Betlem" lockte nicht alle. So nahmen wir zu viert den Anstieg in Angriff. Die Strecke kann ich nur empfehlen. Nach ca. 1 Std. standen wir wieder da, wo wir uns vorher von den anderen getrennt hatten und nahmen nun unsererseits den Rückweg in Angriff. Es lief gut und so enterten wir die Bucht von Alcudia. Auf Höhe Son Serra de Marina entschlossen wir uns gen Sta. Margalida abzubiegen um den Wind zu entgehen. Leider ging dieser Plan nicht auf, dafür Sebastian ein wie ne Primel. Gegen den Wind schleppten wir uns nach Can Picafort und enterten den sehr günstig gelegenen Supermercado. Gestärkt nahmen wir geraume Zeit später die letzten KM unter die Hufe.
Nach einem oppulenten Abendessen endete dieser, wie auch die kommenden Abende recht zeitnah.
Nachdem ich selbst erstaut war welche Menge an Essen ich beim Frühstück aufnehmen konnte, rollten wir wie gewohnt gegen 10 Uhr vom Hof. Der Weg führte uns über Alcudia und Can Picafort schließlich gen Petra, wo wir zunächst eine Rast einlegten bevor wir mehr oder minder souverän den Klosterberg erklommen. Zurück gings über Sineu nach Llubi. Hier trennten sich Christians und mein Weg von der Gruppe. Wir schossen weiter gen Inca und dann, über Selva nach Caimari .Hier nahmen wir denn Anstieg nach Luc unter die Hufe. Puls 150 und los gings !!! Ein schöner Anstieg und ich erinnerte mich als wäre es erst letzte Woche und nicht schon 15 Jahre her, seit ich ihn zuletzt erklommen hatte. Nach kurzer Rast an bekannter Tankstelle kam die erste Abfahrt zum Kloster. Christian ging mit kontrollierter Sturzfluggeschwindigkeit in die ersten Kurven und ich ein wenig furchtsam hinterher. Zum Glück kam sogleich die nächste Welle. Nochmals 100 Hm Vollgas und dann die Abfahrt nach Port de Pollenca. Kurve, Kurve, Kurve.... Endlich im flacheren Teil angekommen gings natürlich direkt Vollgas weiter. Das war gut !!! So rollten wir beide mit glänzenden Augen unserem Hotel entgegen wo wir sogleich auf die Restgruppe trafen welche zeitgleich mit uns einrollte.
Grau bedeckt und frisch war es als wir uns an diesem Tag auf den Weg machten. Gemächlich ging es über Nebenstrassen nach Campanet und dann weiter nach Selva. Nach kurzer Rast rollten wir weiter nach Alaro. Der Plan war über Bunyola und Orient wieder nach Alaro zu kommen und dann zurück zu fahren. Zunächst jedoch durchkreuzte Schweigers Navi diesen Plan, denn es brachte uns nach einer schönen Runde über noch schönere Strassen wieder nach Alaro. Unglücklicherweise machte genau hier Carstens Knie schlapp und so trennte sich die Gruppe. Carsten wurde von Schweiger und mir gegen den Wind zum Hotel eskortiert und der Rest vollendete die vorher geplante Runde. Wir machten uns also auf gen Inca wo wir auf dem direktesten Weg, also neben der Autobahn nach Alcudia fahren wollten. Gesagt getan und schön gegen volle Kanne Gegenwind auf 35 KM gefahren. Moral und Beine ließen zum Glück erst auf den letzten Metern nach.
Nach der gestrigen und der Gesamtleistung musste heute natürlich ein Ruhetag her. Aber man kennt das ja lieber nicht ganz aussetzen sondern lieber einige lockere Kilometer fahren. Und so tuckerte das ganze Trüppchen über Land nach Muro und dann in einem schönen ruhigen Bogen wieder zurück zum Hotel. Plötzlich ertappte ich mich dabei, wie ich gefolgt von Christian und Sebastian, nicht die verordnete Pause machte, sondern weiter fuhr. Instinktiv schlugen wir in nun deutlich höherem Tempo den Weg zum Cap Formentor ein. Bereits am ersten Anstieg enteilte Sebastian. Noch im Glauben wir würden heute regenerieren fuhren Christian und ich im "Standgas" hinterher. Der beeindruckende Weg ließ die Zeit verfliegen und schwupp waren wir am Cap. Nach kurzer Pause gings dann zurück aber der regenerative Gedanke war irgendwie auf der Strecke geblieben und so nahm die Rückfahrt ihren Lauf. Mit Vollgas ballerten wir die wellige Strecke hinab. Im Flachstück flogen wir mit 50 daher und mussten sogar windschattenunwillige Autofahrer überholen. Auch am letzten Anstieg lief die Maschiene wieder unter Leistung . Erst bei der Abfahrt kamen wir wieder zusammen um sofort wieder zu defragmentieren. Christians benutzt halt ungern die Bremse und wenn dann steht der Bock direkt quer. Dank umfangreichen Fahrkönnens ging diese Situation allerdings glimpflich aus. Endlich unten angekommen war aber nicht Schluss mit dem Tempogebolze. Nein es ging gnadenlos bis vors Hotel weiter. Ich darf mich an dieser Stelle aber nicht beschweren da ich selbst es war der vorn ausrastete. Das hatte gezischt!. Ob das die optimale Vorbereitung für den Küstenklassiker war sollte sich am nächsten Tag zeigen.
Dank des "Hobby Clubs" bei dem wir den Bustransfer nach Andratx gebucht hatten, stiegen wir gutgelaunt um 8:30 in den Bus. Nach gut einer Stunde war das Ziel erreicht. Nach sanitärer Entspannungsphase rollten wir in den ersten Anstieg. Wie zu erwarten flog die Gruppe auseinander und wie abgesprochen blieb ich hinten. Schon nach den ersten Kilometern war klar das dies eine Tour ist die sich lohnt. Über die verschlungene Küstenstrasse ging es weiter bis wir zwischen Valdemossa und Deia eine erste Rast einlegten. Nach einem leckeren aber viel zu teurem Mandelkuchen gings weiter über Deia nach Soller. Nun folgte der Anstieg zum Puig Major der sicherlich allen in Erinnerung bleiben wird. Mir viel er noch nie so leicht, aber das lag zum einen an meiner moderaten Geschwindigkeit als rote Laterne und zum anderen an der Jahreszeit, denn sonst war ich immer im Spätsommer auf der Insel. Bester Dinge kam ich oben an und nahm ohne weitere Kommentare sofort die Abfahrt unter die Reifen. Zischhh. und schon die nächste Rast an der Calobra Bude. Jetzt folgten 8 wellige kilometer und dann gings hinunter zum Kloster. Auf den letzten 100 hm flog die Gruppe wieder auseinander aber ich ließ mir erneut den letzten Platz nicht nehmen. Ebenso bei der Abfahrt bis in die Ebene. Hier entfesselte ich aber erstmals am heutigen Tag den kleinen Titanen und zog Sabi und Becci gen Port de Pollensa. Am Hotel angekommen herrschte nur noch breites Grinsen über diesen tollen Tag.
Frei nach dem Motto wer regenerieren muss der kann nix zogen wir mit wehenden Fahnen der nächsten Bergetappe entgegen. Bis Selva gings noch gemeischaftlich dann trennte sich die Fahrt. Ich gehörte zur Neigungsgruppe Sa Calobra. Unser ursprünglicher Plan über den Orient nach Soller zu fahren und von dort mit der Fähre zur Sa Calobra zu fahren wurde vom Karfreitagsfahrplan der Rederei sabotiert. Zumindest war dies die Info die wir am Hotel erhielten. Egal in Caimari begann der Anstieg zum Kloster und mit uns fuhren wohl 10000 andere diesen Weg. An der Tankstelle verweilter wir (Carsten, Sebastian, Christian, Lars & ich) nur kurz, da ich erinnerte mich daran, das ich vor 15 Jahren den welligen Teil immer auf Scheibe gefahren war. Also Vollgas!!! Und was soll ich sagen es klappte. An der Calobra Bude sammelten wir uns und gemeinsam gings die letzten 2,5 Km bergan. Am Pass verabschiedete sich Lars. Wir zogen uns die Windjacken über und runter gings. Was für eine Abfahrt und was für Aussichten auf eine der tollsten Abfahrten die man als Radfahrer wohl machen kann. Unten angekommen meinte Christian:" Ich hab keinen gesehen der gelächelt hat" und " ..das ging ja ewig bergab.." Carsten und Sebastian waren eher in meditatives Schweigen gehüllt. Wir setzten uns in ein Cafe und tranken ein wohlverdientes kohlehydratreiches Getränk als genau in diesem Moment und vor unseren Augen die Fähre aus Soller einlief. Nun ja!? Carsten und Sebastian machten sich zu Fuß auf um die Bucht zu bewundern während Christian und ich versuchsten der Sonne auszuweichen welche auf uns herniederbrannte. Irgendwann war Zeit für den Rückweg und so traten wir in die Pedale. Es war wie ein Rausch, zumindst ich lächelte. 2 Km vor dem Pass war plötzlich mein Akku kurzfristig leer. Vorbei an der Calobra Bude rauschten wir gen Kloster. Aber auch an den anderen war der Anstieg nicht spurlos vorbeigegangen und so ließen wir es ruhiger angehen. Hinab zum Kloster, letzter Anstieg mit 60 die Welle runter und plötzlich ein lauter Knall!!! Als ich mich umblickte sah ich noch die Staubwolke an Sebastians Vorderrad und dann seinen Sturz. Ich bremste und als ich mich wieder umblickte schleppte er schon sein Rad von der Straße. Kurze Panik aber dann Entwarnung. Nix gebrochen nur Schürfwunden. Beim wechseln des Schlauchs welcher auf einer Länge von 25 cm aufgeplatzt war wurde schon an einer Alternativgeschichte für die Lieben zu Haus gebastelt denn natürlich durften diese Verletzungen nicht mit dem Radfahren in Verbindung gebracht werden. Auf der darauf folgenden Abfahrt waren wir alle (außer Christian ) irgendwie geschockt. Nun ja Christian war auch geschockt das hat sich aber nicht auf seinen Fahrstil ausgewirkt. Auch ich fasste erst in der Ebene wieder Mut und ballerte unverdrossen allen voran gen Pollensa. Wäre der Sturz nicht gewesen "Ein perfekter Tag"
Wie traurig schon der letzte Tag. Mit einer Rumpftruppe kullerten wir über Land gen Muro. Die Gruppe war geschmolzen, da einige für den heutigen Tag kein Rad mehr geliehen hatten. In Muro bogen Christian und Ich ab. Wir wollten noch nach Felanix und rauf zum Kloster. Wir ließen Liubi hinter uns und fuhren sportlich weiter bis nach Sineu. Christian übernahm und ballerte 37 gegen den Wind, während ich soeben im Windschatten mitfahren konnte. Hinter Villafranca de Bonany legten wir kurz eine Pinkelpause ein und von nun an drehte sich das Blatt. Christian fuhr vor und wurde immer langsamer. Ich übernahm, Christian in der Krise. Der Klosterberg schien schon so nah aber es dauerte unendlich bis wir in Felanix ankamen. Nix Klosterberg direkt zurück!!!. Wir bogen ab nach Manacor auf einer der grob asphaltierten, schlecht rollenden, Straßen versuchte Christian sein Leistungstal zu durchwandern. Mir ging es erstaunlicherweise wieder bestens und ich gab vorn unvermindert Gas. In Manacor gab es Studentenfutter und Banane, dazu enterten wir die örtliche Repsol und holten uns Getränke. Weiter ging es ins Landesinnere. Über eine 1A neue Straße rollten wir durch ein sehr schönes Tal. Nach kurzem Anstieg erreichten wir die Verbindungsstraße von Petra zur Bucht von Alcudia. Ich gab weiter Gas und wir flogen mit 50 dahin. Dann kam der Wind aber wie getrieben gab ich weiter Gas. Auch als wir die Hauptstraße erreichten ließ ich nicht locker. Kurz vor Can Picafort sagte Christian plötzlich. " Warum gibst du eigendlich so Gas ?" " wenns nicht schneller als 30 sein soll kann auch ich vorfahren" Im selben Moment fühlte ich wie jegliche Kraft aus meinem Körper entschwand... leer. Christian übernahm und ... hatte sich erholt so das aus den offerierten 30 wieder 37 wurden. Nun waren die Rollen also wieder getauscht. Zum Glück war es nicht mehr so weit und wenig später hatten wir das Hotel erreicht.
Nun hieß es noch Räder abgeben, duschen und auf den Transfer zum Flughafen warten. Wie zu erwarten klappte auch dies alles reibungslos und wir landeten planmäßig um 22:30 in D-Dorf, wo sich unsere Trainingsgruppe wieder nach ganz NRW und weiter verstreute.