Bolzano 2018

Vor 5 Jahren überquerten wir die Alpen auf der "Route de Grand Alp" Dieses Jahr gehts nach Bozen. Pässe und Höhenmeter satt. Ich freu mich!!!

Tribute to Taucher  #Waterloo Day

Anfahrt

Als wäre es erst vor kurzem gewesen stand ich also mal wieder, mit Bike im Kofferraum, bei Taucher. Mein eher übersichtliches Gepäck wurde alsbald von seinem überlagert, als wir uns zu jenem Ort (bei Soest) aufmachten, wo unsere Tour beginnen sollte. Nach kurzer Fahrzeit rollten wir bei Daniel vor wo schon das Wohnmobil von Tobi #Fuchs geparkt war. Nach kurzen Begrüßung ging`s direkt ans packen. Da Platz im Überfluss vorhanden war gestaltete sich dies recht einfach und so rollten wir wenig später die A7 entlang gen Kassel. Allerdings war unser Team noch nicht komplett. Unser letztes Mitglied, der Falke aus Werl #Mistral,  sollte erst in Bozen /Leifers zu uns kommen. Mit einer gewissen Lässigkeit machten Taucher und ich es uns in der 2 Reihe gemütlich und sanken ganz gegen die allgemeinen Verkehrsregeln immer weiter in die Horizontale. Luxus pur!!! Es ging in die Nacht hinein und irgendwann fand ich mich vorn neben Fuchs sitzend wieder. Passend zu meiner stets exorbitant großen Lust Auto zu fahren hatte ich nun auch noch das Vergnügen das mir unbekannte Wohnmobil über den Brenner zu fahren. Mein Adrenalinspiegel verhielt sich antiproportional zur Breite der Straße, die zumindest aus meiner Sicht sehr schmal war. Nach Durchquerung der ersten Mautstelle wo ich unser Gefährt nur 3 Mal abwürgte lief es etwas besser, vor allem dank Tauchers konstruktivem Beitrag aus der Chill out Zone „ Gaaaas!!!“. Nach dem Pass ging es naturgemäß bergab  und somit immer näher an unser Ziel. Aber was war eigentlich unser Ziel. Einige Varianten waren für den ersten Tag diskutiert worden, am Ende stand die Entscheidung die „Sellaronda“ zu fahren.

 

Bolzano 1 Sellaronda                             121 Km 2170 Hm 6:22 Fahrzeit

Hmmm, sollte da nicht eigentlich eine Ausfahrt kommen????.  Leider nicht!!! So fuhren wir zunächst zu weit auf der Autobahn. Befreit von der Enge der Autobahn sah ich mich plötzlich mit der noch engeren und von Felsen und Abgründen gesäumten Landstraße eingerahmt. An der nächsten Haltemöglichkeit übergab ich an Daniel. Nach einer nochmaligen klitzekleinen Wegverirrung befanden wir uns endlich auf dem Weg Richtung Wolkenstein. Wolkenstein was für ein geiler Name! Wir schraubten uns über 18%  Anstiege nach St Ulrich und schließlich nach St. Christina wo wir eine Parkmöglichkeit suchten und fanden. Von hier aus sollte es losgehen.  Wir waren früh dran und improvisierten zunächst ein kleines Frühstück bevor wir die Räder absattelten und uns umzogen. Eine italienische Parkplatzüberwachungsschönheit knöpfte mir gerade 15 € für den Parkplatz ab als ich ein unwiderstehliches keramisches Verlangen verspürte. In dem in Sichtweite gelegenen Tennisclub wo schon eifrig trainiert wurde, brachte ich mein Körpergewicht für die ersten anstehenden Pässe in optimalen Shape.

 

Wenig später rollten wir erstmals los und fanden uns nach der ein oder anderen Sackgasse endlich auf dem richtigen Weg. Obwohl noch früh morgens war es schon heiß und nur sehr Erfahrene oder schlecht beratene Biker hätten sich an so einem Tag wohl ohne Windjacke auf den Weg gemacht. Ich hatte natürlich eine dabei, als wir im dichten Verkehr durch Wolkenstein fuhren. Wie zu erwarten ging es stetig bergauf. Wir wurden ständig von Autos und Motorrädern überholt. Also quasi Stadtverkehr. Und hier meine ich nicht den in Soest sondern den aus Essen. Hier muss man ganz klar sagen, dass die meisten Italiener wohl noch nichts von Seitenabstand gehört haben. Auch verringern sie nur widerwillig ihre Geschwindigkeit zugunsten eines Radfahrers. Kurzum, die Lenkerbreite stellt den Überlebensraum dar. Zumindest hupen die Italiener rechtzeitig um auf ihre rücksichtslose Fahrweise aufmerksam zu machen. Diese Fahrweise gepaart mit den engen Straßen sollte immer mal wieder für die ein oder andere cholerische Attacke unsererseits sorgen. Doch zunächst ging es weiter bergauf. „Von nun an noch 57 Km“ hörte ich Daniel sagen als wir am Abzweig zu Sellajoch standen. Obwohl ich früher schon zum Skifahren hier war und viele Wochen in der Gegend unterwegs war, war ich unvermindert beeindruckt von den Ansichten welche sich mir boten. Am Berg muss eh jeder seinen Tritt finden und da ich vorab mit Taucher den Deal gemacht hatte als sein Wingman zu arbeiten, lies ich es ebenfalls ruhig angehen. Trotzdem kam ich gut ins Schwitzen, wobei mich gleichzeitig etwas fröstelte, denn mit jeden Höhenmeter wurde es frischer. Nach einiger Zeit war das Sellajoch erreicht wo wir in alter Manier fusionierten und alle ohne Windjacke sich nun auf eine eiskalte Abfahrt freuen konnten. Kalt wurde uns aber eh nur kurz da die Adrenalinstösse zu groß waren welche die Überholmanöver einiger autofahrender Verkehrsteilnehmer bei uns auslösten. Hierbei ist ergänzend zu bemerken, dass wir auch nicht unbedingt langsam unterwegs waren. Als Spitzengeschwindigkeit hatte ich am Ende des Tages 75 Km/h auf meinem Mäusekino stehen.  Der Abzweig zum Pordoijoch war erreicht und unter ständig wechselnden Ausblicken begann erneut die Kletterei. Plötzlich vernahm ich ein Geräusch was ich in den nächsten Tagen auch immer wieder hören sollte. Eines der unzähligen E-Bikes rauschte von hinten heran und lies mich sinnierend zurück. Nein keinesfalls ein E-Bike!! (Für mich) Nach der Passüberquerung rauschten wir erneut ins Tal wo wir leider vor verschlossenen Supermarkttüren standen. Mist!. Nun erklommen wir den Campolongo, einen kürzeren Anstieg an dessen Ende wir eine Rast einlegten. Wir regenerierten bei Kaffee und alkoholfreiem Weizenbier bevor wir die Abfahrt nach Corvara unter die Reifen nahmen. Was für ein Panorama!!! Fototermin!!! Auch der nachfolgende Anstieg zum Grödnerjoch war eine Aussichtstechnische 10,0. Von nun an ging`s bis zum Parkplatz nur noch bergab und diese Aussicht machte irgendwie gute Laune. Wir rauschten gen Tal und erreichten schließlich St.Christina und das Wohnmobil. Bergab schaltete ich die Dämpfung wieder ein, was in Kombination mit den MTB Bremsen für eine stressfreie, komfortable bergabfahrt sorgte. Allein mit den Reifen stand ich noch etwas auf Kriegsfuß. Ab 35 Km/h war eine deutliche Unwucht zu spüren. Auch hielt der Vorderreifen nicht konsequent die Luft. Bergan gab es natürlich einen Gewichtsnachteil gegenüber den Rennern, aber bergab hatten Taucher und ich die besseren Karten. Schon bevor wir das WoMo erreicht hatten war der Plan gereift die Strecke bis zum Campingplatz auch noch per Bike zu bewältigen. Am WoMo angekommen stiegen Taucher und Daniel ins Auto, während ich und Fuchs weiter nach Leifers fuhren. Die nächsten 15 Km bewältigten wir mit einem 48 er Schnitt; was für eine Abfahrt!!!. Danach machten sich bei nur noch -1 bis -3% die genetischen Eigenschaften von Fuchs oder #Fuxx bemerkbar. Gut dass er die Sellaronda nur im Standgas  gerollt war. Jegliche weitere Äußerungen zu Fuchs und seinem Radtalent werde ich mir im Weiteren auch sparen. Wenn man wie ich talentfrei ist und sich alles mit harten Kilometern mühsam erarbeiten musste, wird man schon ein wenig nachdenklich. Mit 47 schossen wir durchs Tal und ich war mit meiner Trittfrequenz im Kolibribereich. Über die alte Bahnstrecke, welche zu einem schönen Radweg umgebaut war, flogen wir gen Bozen, durch Bozen und weiter nach Leifers. Dank einer nicht näher genannten Handy-Navigations-App enterten wir schließlich den Campingplatz, wo wir von den anderen, inclusive unseres letzten Teammitglieds, den Falken aus Werl, empfangen wurden.

 

Nun hieß es zunächst das Zelt aufbauen. Das WoMo bot zwar genügend Schlafplätze aber Daniel und der Falke wollten lieber ins Zelt. Der Fuchs wuselte schon wieder über die Parzelle als ich noch leicht im abklingenden Adrenalindelirium auch endlich produktiv beim Zeltaufbau und einrichten mithelfen konnte. Danach fand ich irgendwann den Weg in die Dusche. Hatte es mich am Sellajoch noch gefröstelt so verspürte ich nun wieder echte Hitze. Klar, mit jedem Höhenmeter bergab wurde es natürlich wärmer. Das Kühle Wasser konnte mir zumindest kurzfristig Abkühlung verschaffen. Mit einem amtlichen Magenknurren machten wir uns auf den Weg zur Campingplatzpizzeria, wo ich sofort meine zukünftige Lieblingspizza (Hauspizza) bestellte. Während einer munteren Gesprächsrunde dominierte zunehmend ein Thema, der Mistral. Auf der Suche nach dem Namen des starken Gegenwindes den Fuchs und ich am Nachmittag verspürt hatten berichtetet Falke von dem starken Mistral welchen er täglich in Südfrankreich erlebt hatte. An dieser Stelle ließ sich Daniel dazu hinreißen zu erwähnen dass es jenen Mistral auch in Kroatien geben würde. Oha !!! „Nein, den gibt`s nur in Südfrankreich…“ „Also ich…..“ Diese verhärteten Fronten konnten nur mit Hilfe des Internets geklärt werden. Auch wenn die Richtigkeit der Recherchen zunächst noch angezweifelt wurde blieb am Ende doch zumindest ein neuer Spitzname übrig. Der Falke aus Werl wurde zu Mistral.

 

Bolzano 2 Obereggen                              88 Km 1824 Hm  5:19 Fahrzeit

Erfrischt erwachte ich auf meiner Liegestätte. Irgendwie roch es schon nach Kaffee und natürlich wuselte schon wieder mind. eine Person übers Gelände. Mistral hatte Brötchen organisiert und die morgendliche Kalorienaufnahme begann. Die Ernährungskonzepte hätten unterschiedlichen nicht sein können. Während Taucher das Magicreme-Programm (Nutella) fuhr, stand bei Fuchs und Daniel das Vollkornmüsli mit diversen Extras im Vordergrund. Mistral schwor auf eine Kombination aus Quark und Bienenkotze, aus Daniels eigener Produktion. Da Mistral und Daniel beide Bienenausbeuter waren gab`s da natürlich viel zu besprechen. Sicherheitshalber genehmigte ich mir von allem etwas. Dankenswerterweise brannte die Sonne schon wieder vom Himmel als wir uns umzogen. Zack, Lambert!!!, irgendwann ging`s dann endlich los.  Wir rollten die Etsch hinunter bist Auer und schraubten uns dann über die vielbefahrenste Scheißlandstrasse hinauf Richtung Calvalese. Ich fluchte und schwitzte enorm. Der Schweiß rann an meinen Armen herunter so dass die Griffe nach kurzer Zeit absolut nass waren. Endlich kam der Abzweig nach Petersberg und es wurde sehr viel ruhiger. Die Hitze wurde mit zunehmender Höhe auch erträglicher und schließlich erreichten wir in Petersberg einen kühlenden Brunnen der uns Wasser spendete. Aber noch war die Kletterei nicht vorbei. Nach Obereggen standen wieder Abschnitte mit über 12% Steigung auf dem Programm. Daniel und Fuchs hatten auf der Abfahrt natürlich noch nicht genug und erklommen einen zusätzlichen Anstieg zu einer Sternwarte. Mistral, von einer temporären Unaufmerksamkeit  übermannt viel zunächst im Stand um, bevor er mit Taucher und mir gen Tal aufbrach. Unter Tauchers Führung rauschten wir hinab, bis es plötzlich „dunkel“ wurde. Aha ein Tunnel; aber kein kurzer, sondern ein mehrere Kilometer langer. Hui, das war echt scary!!! Bergab mit über 50 Sachen. Zumindest war es nicht verboten wie zunächst befürchteten. Der Tunnel spuckte uns in Kardaun aus  von wo aus wir den Radweg über Bozen und schließlich nach Leifers nahmen. Während Taucher und Mistral den Pool konsultierten absolvierte ich mein Stretchingprogramm  XL, inclusive Taube, was zum ein oder anderen interessierten/irritierten Blick  der anderen Campingplatzbewohner führte.  Einige Zeit nachdem Fuchs und Daniel eingerollt waren begannen die Essensvorbereitungen. Mistral als Meister der Normal- und Knoblauchzwiebel bekannt übernahm die Schnibbelarbeit während Daniel als Salatsoßenkoordinator für Taucher agierte und auch das Hack übernahm. Fuchs übernahm die Nudeln und ich würdigte das Ganze durch flankierendes Atmen. Mit großem Appetit ließen wir uns dieses Festmahl (Nudeln mit Bolo) schmecken und später auch einige Getränke der Fa. „Forst“. Dies führte unweigerlich zu einer erheblichen Bettschwere der wir auch alsbald nachgaben.

 

Bolzano 3 Meran                                       94 Km 212 Hm 3:44 Fahrzeit

Der berüchtigte dritte Tag brach an und wurde wie auch an den folgenden Tagen mit der obligatorischen Frühstücksorgie begonnen. Ohne weitere Schwierigkeiten durchliefen wir das Hygieneprogramm und sehr zeitnah klemmten wir uns die Bikes unter den Hintern. Nachdem das heutige Etappenziel zunächst nicht 100% ig zu erkennen war ging es dann doch zunächst gemeinsam nach Meran. Eine gut erscheinende neue Route zur Etsch entpuppte sich relativ schnell als Scheiße und so landeten wir erstmal in Bozen, bevor wir endlich auf den Radweg nach Meran fanden. Dieser war dann allerdings relativ eindeutig und bedurfte keiner weiteren Erklärungen. Mit dem Wind im Rücken waren die 27 Km schnell geschafft. In Meran selbst gab es dann ein erstes kleines Handgemenge in Form eines Hand-Auto Kontaktes durch Fuchs. Der Fahrer zückte daraufhin eine Kamera und Fotografierte dann aber fälschlicherweise Mistral. Egal, auf den Schock gab`s erstmal ein Eis. Unglücklicherweise vergaß ich aber mein Laktoseintoleranzproblem, was sich kurze Zeit später deutlich bemerkbar machte. Würg!!  Nach einiger Pausenzeit wurden Fuchs und Daniel, angestachelt von ihrem inneren Barometer, auch schon wieder unruhig. Um einer Höhenmeterdepression vorzubeugen teilte sich die Gruppe. Währen Mistral, Taucher und ich zurück gen Bozen rollten übernahmen die BRO`s die Höhenmeter. Entspannt rollten wir aus Bozen heraus und enterten den uns bekannten Radweg. Wie immer ab der Mittagszeit, blies hier schon ein ständig  zunehmender Wind das Tal hinauf. Wir reihten uns hintereinander ein, bis wir etwa auf der Hälfte der Strecke an einer kleinen kommerziellen Raststation erneut entspannten (bei leckerer Apfelschorle).  Während mein Magen zu Hochform auflief, bemerkte ich, kurz bevor wir wieder auf die Räder stiegen einen herannahenden Rennradfahrer, welcher in unsere Richtung fuhr. Kurzentschlossen nahm ich, die anderen im Schlepp, die Verfolgung auf. Da wie gesagt ordentlicher Wind war wäre es ja schön gewesen und einzuklinken. Gesagt getan nach wenigen Kilometern waren wir dran und unser unbekanntes Zugpferd legte auch direkt nochmal eine Kohle drauf, als er uns hinter sich bemerkte. So zog er uns gen Bozen wo er allerdings abbog. Am Abzweig nach Leifers hatte Taucher genug , während Mistral und ich noch ein paar Kilometer gegen den Wind drückten. Allerdings war die Idee jetzt 40 zu fahren eher eine schlechte. Schließlich schafften wir gegen den Wind kaum noch 30. Mir war kotzübel als wir nach ca. 10 Km umkehrten und uns auch nach Hause pusten ließen. Das Abendprogramm verlief ohne große Vorkommnisse und nach der Hauspizza ging`s auch endlich meinem Magen besser.

 

Bolzano 4 Mendel- und Gampenpass     98 Km 1880 Hm 5:30 Fahrzeit

Frisch erwacht und dank Laktoseintoleranztabletten endlich mal ohne Übelkeit gefrühstückt. Das war echt einfach. Unser heutiges Ziel war sogar schon während des Frühstücks zu erkennen und so brachen wir frohen Mutes auf. „Wir könnten auch noch weiter geradeaus fahren… aber dann verpassen wir die Höhenmeter“. „Und Taucher?“ „Ach, dem sagen wir nix!“ Kurz nach dieser Konversation brachen die 16% über uns hinein.  Die Beine waren noch nicht richtig locker und so waren diese ersten 200 Hm eine echte Herausforderung.  Nach der rauschenden Abfahrt waren wir unserem 1. Pass zwar deutlich näher aber es fehlten noch ordentlich Höhenmeter. Zunächst ging es wieder durch Wein und Apfelplantagen bis wir endlich auf dem Hauptweg waren. Ein Rollerberg der sich zog; so könnte man den Mendelpass beschreiben. Immer gnadenlos schön in der Sonne. Wir schraubten uns langsam hoch. Die Temperaturen wurden erträglicher und die Aussichten besser. Zwischendurch fuhr ich den einen oder anderen Kilometer meinen eigenen Tritt, um dann wieder auf Taucher zu warten. Oben angekommen war es kalt und des sah sogar nach Regen aus. Als Motivationsmaßnahme beschlossen Taucher und ich einzukehren, während die anderen wieder vom Höhenmeterfieber befallen waren. Da konnte man noch 400 extra machen. Während wir einen leckeren Tomatensalat und Gulaschsuppe verzehrten, begann es zu regnen. Wenig später machten wir uns gut beschützt durch eine italienische Gazetta auf den Weg zum Gampenpass. Auf der Abfahrt wurde es schnell wieder trocken und auch wärmer. Von einer gewissen Wegunsicherheit befallen konsultierten wir erfolgreich unsere Navi App. Und schwupp der nächste Rollerberg. Da der Weg einigermaßen klar war fand ich ca. 6 Km vor dem Pass meinen Tritt und zog davon. Schließlich würden ja auch noch die anderen heranrollen. Es dauerte nicht lange, da setzte wiederum Regen ein. Kurz vor der Passhöhe streifte ich also wieder die Regenpelle über und wartete oben auf die Anderen. Es dauerte etwas bis wir fusioniert waren, aber dann ging es in einer rauschenden Abfahrt hinunter in Tal. Höhenmetervernichtung vom Feinsten. Der Regen war auch schnell wieder Geschichte. Von wohliger Wärme umfangen  pausierten wir wieder an der Apfelschorlenschmiede des Vortags, bevor wir uns erneut dem Gegenwind stellten. Hierbei verballerten wir wieder sinnlos Körnen (zumindest ich) Aber Spaß macht es ja doch irgendwie. Heute gab es keine weiteren Extratouren mehr, wir erreichten tatsächlich gemeinsam unsere Base in Leifers. Dank des Einsatzes von Daniel, Peter und Fuchs standen wieder Zutaten für ein feudales Mal bereit. Bis zur Zubereitung verging allerdings wie gewohnt noch etwas Regenerationszeit. Dann labten wir uns an Nudeln mit Bolo #2.0 und ließen den Abend entspannt ausklingen.

 

Bolzano 5 Seiseralm                              104 Km 1838 Hm 5:30 Fahrzeit

Nach dem Frühstück standen bei mir heute noch zwei kleine Bike OP`s an. Zuerst wechselte ich die Kette, bevor ich mich meinem ständig undichten Vorderrad widmete. Ersteres war schnell erledigt. Als ich aber die Luft abließ und den Reifen abzog bemerkte ich eine merkwürdig feste Stelle am Mantel. Folgendes war passiert. In einer Bike Zeitschrift hatte ich gelesen, dass der Wirkungsgrad der Dichtmilch durch Hinzugabe von Glasfaserspänen erhöht werden könnte. Da ich keine Glasfaser hatte nahm ich Karbonfaser.  Diese Karbonfasern klebten nun als riesiger fetter Kaugummi an der Innenseite und hatte dabei „dankenswerterweise“ alle abdichtenden Anteile aus der Dichtmilch herausgesiebt. L Widerwillig ließ sich der Karbonklebepatch von der Innenseite entfernen.  OK, damit sollte auch die Unwucht Geschichte sein. Frisch aufgepumpt machte sich die Kreuzigungsgruppe auf gen Blumau und dann weiter nach Atzwang, zum Anstieg nach Kastelruth.  Daniel und Taucher zogen den Pausentagjoker und machten wieder kehrt nach Leifers. Frohen Mutes traten wir übrigen in die Pedale, bergauf nach Kastelruth. Zunächst verwöhnte uns die Straße mit einer bis zu 18%igen Steigung, welche gefühlt nicht weniger wurde. An der ersten Rast füllten wir die Flaschen und Fuchs führte uns über die Hauptstraße weiter. Schon die letzten Meter des ersten Anstiegs keimte eine leichte Bocklosigkeit in mir auf, welche sich nun bei 35 Km/h weiter verstärkte. Ich musste abreißen lassen. Leicht genervt rollte ich am Abzweig zur Seiseralm zu den beiden auf. „Ok, wir sehen uns oben „ rief ich den beiden zu als ich an ihnen vorbeirollte. Wenig später kam Mistral locker tretend an mir vorbeigerollt und eine Minute später auch noch Fuchs, mit einem schlauen Spruch auf den Lippen. Egal, mein Körper schaltete auf Krisenmodus und ich versuchte mich irgendwie von meiner Schwäche abzulenken. Treten im Sitzen, treten im Stehen, treten mehr mit links … Es klappte aber auch nix. Problem! Und dann tat auch noch der Hintern weh. Problem! Was war da los? Irgendwann nach zähem Ringen war dann endlich das Ziel in Sicht und meine Stimmung wurde besser. Fuchs saß ins Tal blickend auf einer Bank. Ich gesellte mich zu Mistral der im Windschatten  einer kleinen Hütte rastete. Wie immer war es oben frisch. Ich verspeiste alles was ich eingepackt hatte und hoffte auf Regeneration. Wir rollten locker über die Alm, bis wir an den Abzweig nach Pufels kamen.  Die Alm selbst war natürlich echt schön, aber absolut Touristenverseucht. E-Bikes, Wanderer, noch mehr Wanderer… Dann ging`s rabiat bergab und ich konnte wieder alle Vorteile meines Fully`s nutzen. Ich fühlte mich etwas besser, aber bei jeder noch so kleinen Welle protestierten meine Beine. Zum Glück ging es nach Kastelruth noch einmal bergauf. Aber dann war es geschafft. Nun stand wieder konsequente Höhenmetervernichtung auf dem Programm. Diese hätte auch störungsfrei ablaufen können, wäre es nicht noch zu einer sinnlosen und unschönen Begegnung mit einem Italienischen Autofahrer gekommen. Dieser bedrängte uns ohne Not durch ein plötzliches Einlenken nach rechts. Verärgert klopfte ich ihm auf`s Dach woraufhin er das Gleiche bei Fuchs wiederholte. Ich war ja sowieso schon auf Krawall gebürstet  und fühlte wie sich meine Bocklosigkeit in Kampfeslust umwandelte.  Aber wie nicht anders zu erwarten drückte die Feige Sau dann aufs Gas und war uneinholbar entschwunden. Wahrscheinlich besser so. Wir ließen die Funken fliegen, schossen durch Tunnel, überschritten mehrmals die erlaubte Geschwindigkeit und wurden schließlich wieder in Blumau ausgespuckt, wo wir wieder auf den Radweg trafen der uns zurück nach Leifers führte. Körperlich leicht erholt aber als Mentales Wrack rollte ich auf die Parzelle. Seiseralm; Häckchen dran; Ja war ich. Hunger !!! Glücklicherweise war heute wieder Hauspizzaabend und es schmeckte wieder Grandios! Für mich war klar ich fahr nie wieder Berge. Genug mit dem Scheiß. Morgen zieh ich den Pausenjoker.

 

Bolzano 6 Brixen                                    114 Km 483 Hm 5:00 Fahrzeit

Schon keinen Bock aufzustehen dachte ich als ich die Augen aufschlug. Ok, die erhoffte wundersame Einstellungsänderung über Nacht war nicht eingetreten. Immerhin entschloss sich Taucher dazu mich an meinem Jammertag zu begleiten. Der Plan stand!!! Peter, Fuchs und Daniel wollten heute den steilsten Pass der Alpen unter die Hufe nehmen, den Nigerpass mit Steigungen bis 24% (längste Stück 1,6 Km) Da ich ja den Bergen abgeschworen hatte kein Problem für mich. Widerwillig begleiteten Taucher und ich die Delinquenten bis Blumau, wo der Passeinstieg startete. Wir verabschiedeten uns, aber anstatt zurück nach Leifers zu fahren bog Taucher in die andere Richtung ab. Zunächst noch verwirrt folgte ich ihm gen Atzwang. Irgendwie schaffte er es mich immer weiter zu ziehen. In Waidbruck gönnten wir uns je 2 hervorragende Apfelschorlen. Aber anstatt nun zurückzufahren schlug er wieder die Talaufwärtsrichtung ein. OK, mein Willen war gebrochen. Ich folgte und bei bester Unterhaltung rollten wir weiter bis Brixen. Mein Tacho zeigte 58 Km als wir uns einen Fitnesssalat in Brixen gönnten. Gestärkt nahmen wir den Rückweg in Angriff, wohlwissend dass uns nun neben dem leichten Gefälle auch wieder der Gegenwind bevorstand. Aber zunächst rollten wir bis Klausen, wo wir uns noch einen leckeren Eiskaffee gönnten, welchen ich mangels motorischen Fähigkeiten großzügig über den Tisch verteilte. „Wenn du ihn nicht möchtest gib ihn mir“ meinte Taucher aber den Rest schaffte ich ohne weitere Probleme. Zack, weiter ging`s und zumindest körperlich hatte ich gut regeneriert. Taucher indes, verfluchte wohl nun etwas, dass er mich das Tal bis nach Brixen geführt hatte. Zumindest wurden die Anteile der Unterhaltung viel weniger. Bei mir lief es ganz gut und gut gelaunt rollten wir auf den Campingplatz. 114 Km pure Entspannung und meine Bergdepression war überwunden. Danke Taucher!!! Kurze Zeit später rollten die anderen auf den Hof. Mistral hatte aber höchstens noch 0,5 Bft im Gepäck. Fuchs wie immer und Daniel „war hart“  Entsprechend der Erschöpfung verlagerte sich das Abendessen weiter nach hinten. Zuvor gelang es Taucher und mir noch Daniel bezüglich unserer gefahrenen Kilometer etwas zu veräppeln. Wir beteuerten den ganzen Tag nur in Bozen gewesen zu sein und einen Shopping Tag gemacht zu haben. Erst ein paar Minuten später entdecke Daniel unsere Tour auf Strava. Ach ja, haben wir gelacht!!! Irgendwann war dann auch die hervorragende Gorgonzolasoße fertig und konnte mit den Gnocchi verputzt werden. Ein Genuss. Dank Mistrals Handyschalte wurde das Rezept noch feingetuned.

 

Bolzano 7 Val di Fassa                          122 Km 1484 Km 6:10 Fahrzeit

Mit überwundener Bergdepression erwachte ich erfrischt und fühlte sogleich den Wunsch, jenen Nigerpass welcher mir gestern noch Scheißegal war, zu bewältigen. Die Planung war zumindest teilweise offen aber es stand auch noch eine andere Variante zur Debatte, zu der wir uns schließlich durchrangen. Mistral zog den Pausenjoker und blieb zurück während wir zum Radweg rollten. Hier versuchte ich ein letztes Mal zum Nigerpass abzubiegen und die anderen mit der „beleidigten Leberwurst Taktik“ in meine Richtung zu bewegen; vergebens. An Auer vorbei fuhren wir über Neumarkt und Montan nach Truden. Dieser Anstieg war zumindest nach Aussage von Fuchs und Daniel sogar härter als der tags zuvor bewältigte Nigerpass. Steigung bis 18% aber über Kilometer 13/14%.  Interessant war,  als ich von hinten das typische Geräusch eines E-Bikes hörte. Eine Frau überholte mich derart schnell, das klar war, dass der Akku bald glühen würde. Hinter ihr her gesprintet kam Fuchs welcher mich mit einem „ Komm mit“ anscheinend animieren wollte dies ebenfalls zu tun. Kurze Zeit später folgte eine weitere Frau und dann noch ein Mann, ebenfalls mit E-Bike bewaffnet. An einer nicht ganz so steilen Stelle (13%)  sah ich die drei seitlich auf einem Parkstreifen stehen, als ich wiederum ein E-Bike hörte. Diesmal überholte mich ein sichtlich angestrengter Mann mit hochrotem Kopf. Er schaffte es gerade noch bis zum Parkplatz, wäre aber dort fast beim Absteigen gestürzt. Mit einem Lächeln auf den Lippen schaltete ich einen Gang dicker und fuhr einfach vorbei. Als ich später an einem Abzweig auf Taucher wartete fragte mich dieser: „Ey, haben dich auch die E-Biker überholt? Die standen da so blöd rum. Denen hab ich erstmal nen Spruch gegeben“ Wie Recht er doch hatte ihnen zuzurufen „ Ja und das ist der Unterschied“ Ob es an seinem Spruch gelegen hat oder den leeren Akkus, sie kamen auf jeden Fall nicht mehr wieder. Endlich in Truden angekommen  waren die Shirts von Daniel und Fuchs schon wieder trocken als Taucher auf sein Tageswaterloo zusteuerte. Nachdem am Morgen schon die Radbrille zerbrochen war folge nun das Handy, welches den schwungvollen Trikotauszug nutzte um sich aus selbiger Tasche zu entfernen und sogleich mit dem Display, auf einen Stein aufzuschlagen. „Ich brauch Wasser „ Nach der Rast fuhren wir weiter nach San Lugano. Hier verließen uns Daniel und Fuchs zum Passo Lavaze, während Taucher und ich ins Fassatal nach Altrei abbogen.  Die Straße schlängelte sich über 4 Km leicht bergan bis wir schließlich Altrei erreichten. Taucher war alles andere als begeistert ,da wir offensichtlich am Ende der Welt angekommen waren und es nicht mal etwas zu trinken gab. Die Straße verwandelte sich in einen Feldweg und zu allem Überfluss föhnte uns ein extremer Wind entgegen. Hmm, das hatten wir uns anders vorgestellt. Die leichten bergab Passagen (-1 bis -3%) musste ich treten sonst wären wir irgendwann stehen geblieben. Nervig war auch, dass immer wieder Flachstücke kamen oder sogar leichte Steigungen. In Capriana versuchten wir erneut eine Erfrischung zu ergattern und es gelang. Die einzigen Touris weit und breit saßen genau in der Bar und munterten Taucher mit einem herzlichen „Oh du siehst aber ganz schön KO aus“ auf. Zumindest konnte ich auf Englisch bestellen. Ansonsten begegneten uns keine weiteren Touris, keine Autos, Keine Motorräder, wo waren wir denn  hier gelandet. Nach kurzer Erholung schlängelten wir uns, an endlosen Rebstöcken entlang,  gegen den immer stärker werdenden Wind nach Laifes, kurz vor Trient. Die Ausblicke waren schon toll aber das Gesamtpaket nervte ein wenig. Zack, Etschradweg und wie vorhergesagt hatten wir nun den wohlverdienten Rückenwind. Mit Turbo gings gen Leifers ! Unterbrochen von einer kurzen Getränke- und Kuchenpause waren die letzten 40 KM des Trips schnell vorbei. Bei der Hauspizza gab es am Abend viel zu besprechen, vor allem was unsere Abreise und die letzte Tour betraf. Das Stilfserjoch musste noch erklommen werden. Alle Versuche es während der Woche mit der Bahn zu erreichen, waren an Baustellen derselben gescheitert. Also stand der Plan.

 

Bolzano 8 Stilfserjoch                               69 Km 1876 Hm 4:30 Fahrzeit

Etwas früher als gewohnt schälten wir uns ein letztes Mal aus den Kojen. Mit etwas Widerwillen ging es ans Aufräumen und zusammenpacken. Zwischendurch erfolgte natürlich das Frühstück. Leider hatte es in der Nacht ordentlich geregnet, so war das Zelt leider pläddernass. Durch ständiges schütteln versuchten wir die Tropfen loszuwerden aber ganz klappte dies leider nicht. Also wurde es eben leicht feucht zusammengepackt. Unter den bewundernden Blicken unseres Parzellennachbarn verstauten wir die Räder auf dem Gepäckträger und ehe wir uns versahen, rollten wir vom Platz. Aber noch nicht  ganz, denn Mistral war plötzlich noch einmal in der Keramikabteilung verschwunden. Es ging Richtung Bozen und dann weiter über die Landstraße bis nach Sponding wo wir über Prad in die Stilfserjoch-Runde einsteigen wollten. Am Bahnhof in Sponding fanden wir einen guten Stellplatz und machten uns bereit. Es war noch flach, die Berggipfel hingen aber bereits in dunklen Wolken und irgendwo vor uns lagen jene berühmten 48 Kehren. Wir wünschten uns viel Spaß und als der Anstieg begann trennten sich wie gewohnt unsere Wege. Ich behielt meinen Job als Wingman und fuhr knapp vor Taucher. Bis Stilfs stieg die Straße ständig, aber ohne Kehren an. Erst kurz vor Trafoi kam das erste Kehrenschild, mit der magischen 48. Der Ortler versteckte sich noch im Nebel aber die Trafoier Eiswand und die Tuckettspitze waren schon zu erkennen. Ich verließ Taucher für die nächsten 300 Hm und suchte meinen eigenen Tritt. Als es leicht zu regnen anfing hielt ich an, um mir die Regenpelle überzuwerfen und um auf Taucher zu warten. In der Kehre vor mir spielte sich derweil ein Drama ab, da ein Porschefahrer sehr dämlich in der Kehre stand und alles blockierte. Kurz vorher waren schon ein Kranken- und ein Polizeiwagen an mir vorbeigedüst. Gemeinsam mit Taucher erklommen wir die nächsten Kehren als vor uns plötzlich das kleine Chaos ausbrach. In der vor uns liegenden Kehre war ein Motorradfahrer fast umgefallen. Er klemmte zwischen dem Motorrad und einem in der Kurve liegenden Felsbrocken fest. Just in diesem Moment fiel ein 2. Motorradfahrer samt Beifahrer um als er versuchte, in der Kehre anhaltend, mit dem re. Bein den Boden zu erreichen. Patsch!!! Wir schlängelten uns durch und gerieten an ein Stauende und wenig später an den Motorradunfall, weshalb wohl der Krankenwagen und die Polizei unterwegs waren. Die Sperrung wurde gerade aufgehoben und wir kamen hinter dem Linienbus zum Stehen. Autochaos!!! Wer lässt wen vorbei? Ich wärmte mich an den Busabgasen und harrte der Dinge die da kommen würden. Endlich kam die Franzenshöhe in Sicht und gab den Blick auf das Joch frei. Noch 7 Km die es in sich hatten. Der Pass wird hinten raus steiler. Glücklicherweise nahm der Autoverkehr ab und die Regenwolken verabschiedeten sich. Vorbei an den Gedenkstätten verunglückter Motorradfahrer schraubten wir uns gen Pass. Auf den letzten Kehren stimmten wir das Lied der 10 kleinen Scheißkehren an, um uns die Zeit zu vertreiben. Dann war es endlich geschafft.  Stilfserjoch !!!Fuchs, Daniel und Mistral hatten schon das Weite gesucht als wir unsere Pause einlegten und uns trockene Sachen überwarfen. Kurz nachdem wir die Abfahrt begonnen hatten kam das alte Mauthäuschen am Umbrailpass in Sicht. Nach kurzem Anstieg und Fototermin rauschten wir weiter hinunter. Eine dunkle Wand kam in Sicht und Sekunden später setzte der Regen ein. Keine 30 Sekunden später waren wir durch und durch nass. Unser vorher noch rauschendes Tempo reduzierten wir zwangsweise auf unter 30. Nebenbei wurde es kalt. Ich bemerkte wie meine Zähne klapperten und ich überall Gänsehaut bekam. Santa Maria war gerade erreicht da hörte plötzlich der Regen auf und es wurde wärmer. Die Straße war nicht mal nass als wir Richtung Münster der Grenze entgegenpreschten. Noch ca. 17 Km trennten uns von den anderen als uns der Grenzbeamte freundlich winkend zurück nach Italien schickte. Es ging weiter bergab und natürlich hatten wir wieder Gegenwind. Nach einem kleinen Routenmissgeschick erreichten wir um kurz vor 18 Uhr den Bahnhof in Sponding.

 

Rückfahrt

Geschafft!!!! Knapp 810 Km 12000 Hm und 42 Std Radfahren lagen hinter mir als ich das Bike auf dem Gepäckträger festmachte. Nach einer kleinen Katzenwäsche, auf der Abfahrt waren wir ja eh grundgereinigt worden, nahmen wir im Bus Platz und ließen uns von Daniel über den Reschenpass kutschieren. Hier gab es mit Taucher die eine oder andere Skierinnerung zu tauschen. Irgendwann wurden wir in Landeck ausgespuckt und da wir alle hungrig waren enterten wir den örtlichen Burgerstore, wo wir uns ordentlich verpflegten. Es ging weiter in die Nacht. Nachdem wir den Fernpass hinter uns gelassen hatten suchten wir erneut die gesetzeswidrige Horizontale auf und dümpelten durch die Nacht. Gegen 23:30 übernahmen Taucher und ich das Cockpit  und chauffierten die anderen für die nächsten 200 oder 300 Km. Ein letzter Wechsel war gerade vollzogen, es kam mir zumindest so vor, als wir plötzlich wieder bei Soest waren. Wir beluden mein Auto verabschiedeten uns und wie von Geisterhand stand ich plötzlich wieder vor Tauchers Haus. Aber anstatt seine Sachen einzuladen lud ich sie diesmal aus. Nach diesem letzten Abschied fehlte mir noch eine Stunde bis nach Hause. Der Morgen dämmerte bereits als ich durch Dortmund fuhr und schließlich irgendwann in Essen aufschlug. Den Reflex aufs Bike zu steigen konnte ich soeben unterdrücken.

 

Was für eine tolle, unbeschreiblich Woche. Meinen besonderen Respekt und Dank geht an Taucher mit dem ich jetzt schon seit über 20 Jahren immer wieder solche verrückten Sachen machen. Hut ab vor deinem Durchhaltewillen. Aber auch den anderen Teammitglieder sei dafür gedankt, dass sie mich mal wieder ertragen haben ;-)