MBW ASSPAIN 2018

Der Plan steht.

Das Team ist komplett

Unterkunft ist gebucht

und..

Die Athleten trainieren bereits. Sauerland wir kommen!!!

466 Km  5581 Hm

Donnerstag 31.5.18 MBW1

101,7 KM 1140 HM

Wie besprochen fuhr ich zeitig bei Ralle vor. Nachdem  wir alles eingeladen hatten gings auch direkt weiter zu Schweiger der uns schon erwartetet. Kurze Zeit später, befanden wir uns schon auf dem Weg gen SOEST, noch nicht ahnend welche Highlights uns erwarten würden.

 

Soest

Wir näherten uns schnell unserem Startpunkt und standen alsbald vor Tauchers Domizil. Nachdem wir uns mit einem Frühstück gekräftigt hatten, wurden alle Sachen in Tauchers Bus umgeladen. Von nun an trennten sich erstmal unsere Wege. Das Bussteam  (Taucher u. Schweiger) hatte die ehrenvolle Aufgabe die Ferienwohnung vorzubereiten und uns dann mit dem Bike entgegen zu kommen. Ralle, Thorsten und ich wollten die Strecke bis " Jagdhaus" schon mit dem Bike zurücklegen. Dank modernster Navigationsgeräte (Komoot u. Bryton) sollte dies auch problemlos zu bewältigen sein.

Die ersten Meter gings zum Haarstrang hinauf, wo wir den gewaltigen Flutdamm überquerten, welcher am nächsten Tag doch nicht verhindern konnte, das Soest überflutet wurde. Hmm!!! Durch Kornfelder über Treckerspruren legten wir die ersten "Off Piste Tracks" des Tages . Dann ging hinab zur Möhne und schließlich auf Wanderwegen durch den Arnsberger Wald. Irgendsoein Frühjahrssturm hatte aber den Waldweg-Trail so mit Bäumen blockiert ,dass wir mehr liefen als fuhren. Kurz entschlossen enterten wir die nahe gelegene Landstraße und fuhren auf jener nach Arnsberg. Zisch..

Tada!!! Ruhrtalradweg. Da mir der Weg gut bekannt war lief es nun erstmal relativ zuügig und schon bald kam der Abzweig gen Schmallenberg. Hier erfrischten wir uns kurz an einem Flipcafe, bevor es weiterging. Es war schwül und drückend als am Himmel die Wolken immer dicker wurden und wir uns entschlossen an einer Bushaltestelle Schutz zu suchen. Ralle, unser Mann fürs Wetter, prognostizierte ein mächtiges Donnerwetter während ich eher skeptisch war. Nach 5 Minuten regnete es noch immer nicht... ;weitere Minuten verstrichen. Nach 10 Minuten immer noch nix richtiges. Aber dann!!! Innerhalb von Sekunden kam ein orkanartiger Wind auf, Äste krachten, die Räder vielen um und extremer Starkregen und Hagel wurden quasi waagerecht in die Bushaltestelle geblasen. Der Wind und der Hagel nahmen weiter zu, als Thorsten und Ralle in eine ca. 10 Meter entfernte offene Scheune flüchteten. Die Autos auf der Straße mussten anhalten. In einer nahen Senke stand das Wasser bereits 30 cm hoch. Die Räder der Autos waren schon fast nicht mehr zu erkennen. Es stürmte eine gefühlte Ewigkeit bis plötzlich Regen und Wind wieder verstummten. Das Gewitter hatte zudem für Abkühlung gesorgt. Waren es vorher weit uber 30 Grad, zeigte das Thermometer nun schlappe 16 an. Nass und frierend beschlossen wir weiter nach Schmallenberg zu fahren. Kaum losgefahren mussten wir auch schon wieder anhalten. Zum einen, da Ralle seinen Helm an der Bushaltestelle vergessen hatte und zum anderen weil das Busteam auf die Bikes gestiegen war und uns in Form eines Telefonanrufs selbiges mitteilte. .

Jagdhaus

Freudig und bei bestem Sonnenschein trafen wir auf das Busteam, welches brav die Wohnung klargemacht hatte und rollten nun gemeinsam weiter. Plötzlich eröffnete sich ein kleiner Funpark welcher natürlich sofort durchfahren werden musste. Etwas zögerlich trauten wir uns zunächst nur auf die Blaue und später auf die Rote-Runde. So erhielten wir schonmal einen Vorgeschmack davon, was uns in den nächten Tage auf den endlosen "Singletrails" des Sauerlandes erwarten würde. Nach dieser kurzen Unterbrechung war es nun nicht mehr weit bis Schmallenberg wo wir kaum angekommen auch schon in einem echten Cafe Platz nahmen. Es hätte alles so schöööön sein können aber es blieben noch die letzten Meter bis Jagdhaus und die sollten es nochmal in sich haben. Um noch die 100 KM voll zu machen nahmen wir natürlich einen kleinen Umweg, um dann über schottrige Piste, umzingelt von Fliegen und bei drückender Hitze zum ersten Mal den Rothaarsteig zu erklimmen. OK hier gehts bergauf!!! Aber mehr oder weniger plötzlich spuckte und der Weg direkt an unserer Ferienwohnung aus. Nachdem die Bikes gut untergebracht waren vielen wir in die Wohnung ein und labten uns an den kühlgestellten Köstlichkeiten. Nun passierten wi gewohnt viele Dinge gleichzeitig. Zimmer wurden bezogen, der Körper gereinigt und Ralle zauberte ein leckeres Essen, während weiterhin ständig gekühlte Köstlichkeiten konsumiert wurden.

 

Ghislain Lambert

Ohne es zu Wissen stand an diesem Abend noch ein lebensverändernder Moment vor uns, an den wir uns wahrscheinlich noch lange zurückerinnern werden.

" Das Rennrad"

Zunächst wollte uns das Abspielen des Films nicht richtig gelingen und im Nachhinein war die Euphorie an diesem Abend auch noch nicht so groß aber dies sollte sich noch ändern. Von Müdigkeit und Trägheit befallen schafften sogar einige das Ende nicht.

Freitag 01.06.18 MBW 2

82,6 KM 1503 HM

Von seniler Bettflucht ergriffen streunten die ersten Teammitglieder schon gegen 6:00 Uhr durch Haus. So nach und nach kam der Trupp in Schwung. Dies steigerte sich kontinuierlich bis zum Frühstück. Kurze Zeit später wurden dann auch die ersten Radsachen am Körper montiert. Weit nach 10 Uhr bequemten wir uns hinunter zu den Bikes.

Winterberg

Der Weg ist das Ziel. Ausgestattet mit allerlei Technik begab ich mich zu meinem Sportgerät um die Navigation, bestehend aus meinem alten Handy, mittels eines Fahrradschlauchs am Lenker zu befestigen. Irgendwie sollte dies aber heute nicht richtig funktionieren. Da Ralle dringend neue Bremsklötze benötigte war klar, dass wir nach Winterberg fahren würden. Heute sollte auch unser hart vermisstes, letztes Teammitglied aufsurfen. Die Frage war nur wann. Da die Telefon und auch Internetverbindung teilweise seeehr schlecht waren wussten wir nix genaues.

Nach dem Bikecheck gings endlich los. Obwohl es die ganze Nacht geregnet hatte entschlossen wir uns alle gegen Schutzbleche. Dafür wurden wir mit einer fetten Matschpackung belohnt. Wir hangelten uns unbewusst entlang des Rothaarsteigs /Kammweg welcher uns irgendwann in "Schanze" ausspuckte. Hier verließ uns der angeschlagene Schweiger um nach Jagdhaus zurückzukehren und dort zu regenerieren. Wir stürzten uns in eine rauschende Abfahrt die für Ralle mit einem Platten endete. Nach kurzer Reparatur folgten wir weiter dem Lennetalradweg. Dann begann der Anstieg gen Kahlen Asten. Die Anstiege verwöhnten uns mit bis zu 16% Steigung. Schon fast in Winterberg schafften wir es doch tatsächlich uns zu verfahren. Doch irgendwann war es vollbracht. Bei der Navigation zum Bike-Shop versagte ich oder/und meine Technik total. Aber wir besannen uns  "old school mäßig" auf analoge Fragetechniken ,und ... kamen ans Ziel. Ralles Bremsklötze bestanden nur noch aus Trägermaterial und waren schnell getauscht. Sicherheitshalber kaufte er auch direkt welche fürs Hinterrad. Auch Thorsten nutzte den Aufendhalt um seiner Gabel etwas Luft zu pumpen, die sie kurz vorher verloren hatte. Jetzt war es aber endlich Zeit für eine Pause. Wir regenerierten bei Apfelstrudel und alkoholfreiem Weizen. Um unsere Wasservorräte aufzufüllen suchten wir noch das nächste Flipcafe auf. Natürlich verfuhren wir uns auch hier wieder, diesmal aber wegen Tauchers miserabler Ortskenntniss ;-). Es folgte die Rückfahrt. Vorbei an der Winterberger Frisbee-Golf Anlage flogen wir zurück ins Tal. Aber der Schlussanstieg drohte noch am Ende. Und dann war es soweit 4,7 KM bis zum Haus...Feuer frei!!

Wozu war das wieder gut??? Thorsten vor mir,Ralle dann Taucher. Anstrengend

Dafür wurden wir von Ingo herzlichst in Empfang genommen.

Ghislain Lambert 2

Die Aufnahme gekühlter Köstlichkeiten wurde  individuell von Pizza flankiert und führte wie erwartet zu einer gewissen Trägheit. Da Ingo  "Das Rennrad" noch nicht kannte, entschlossen wir uns zu einer 2. Runde und konnten uns vor lachen kaum noch halten. Ein Film für den 2.3.+4. Blick. Egal, Wörter wie Magicreme, Stoppodor Homöopatico, Zack und die entsprechenden Attitüden werden uns als eingeweihte und gesegnete Kenner dieses Films nun nie mehr verlassen :-); Problem!!!

Wie geil war/ist das denn!!!

Samstag 02.06.18 MBW 3

106,7 KM 2218 HM

Endlich komplett war es heute Zeit für die Königsetappe. Leider ignorierte Schweigers Körper die angeordnete Regeneration und sein Geist die vorgeschlagene E-MTB Alternative.

Nachdem die Ketten geölt und die Bikes gecheckt waren und die Navigation überarbeitet war, brachen wir wiederum gen Winterberg auf. 

Winterberg 2

Unser Plan sah vor, schnellstmöglich (also durchs Lennetal) nach Winterberg zu fahren um dort in eine 45 KM MTB Runde zu drehen und dann wieder zurück.

Ja diese Pläne!!! Bis zu einem gewissen Zeitpunkt verlief alles danach aber dann flog uns das Ding total um die Ohren. Als hätten wir noch nie etwas anderes getan, folgten wir mittlerweile routiniert der Lenne. Wo wir noch Tags zuvor unser schönstes Fragezeichengesicht aufgelegt hatten, rauschten wir nun mit unbeirrbarer Ortskenntnis durch. Am letzten Anstieg vor Willingen zog sich das Feld  erstmals etwas in die Länge aber schließlich waren alle oben angekommen. Das Wetter war so la la und die Stimmung auch, vor allem da ich mal wieder eine kleine "Fehlnavigation" eingestreut hatte. Irgendwie meinte Ralle: "wir könnten uns ja auch mal anschauen wo die ganzen Getalten mit Vollprotection so hinfahren". Keine 30 Sekunden später waren Ralle, Ingo und Thorsten im Easy-Funpark und drehten Ihre Runden. Taucher und Ich fröstelten vor uns hin und waren "noch nicht" begeistert. Während ich filmte, erkundete Taucher die Gegend um nicht einzufrieren. Was soll ich sagen!!! Zack 10 Minuten später standen wir vor der Downhillstrecke, lasen mehr oder weniger aufmerksam die Warnhinweise und beobachteten die anderen. Welche Route sollte man nehmen. Im Zuge der allgemeinen Unentschlossenheit ergriff Ralle gefolgt von Taucher die Intiative. Wir rollten durch einen flowigen Trail. 1 A präpariert mit kleineren Sprüngen und leichten Steilkurven. Nach dem 1. Abschnitt sammelten wir uns kurz. Thorsten und Taucher waren mit den Hardtails natürlich am schlechtesten ausgestattet aber es ging trotzdem. Ab gings in den 2. Abschnitt und schwupps war der Lift in Sicht. Unten angekommen war beim Blick in Ralles leuchtende Augen klar, das wir wohl nochmal rauf mussten. Nach einigem hin und her löste Ralle die entsprechenden Tickets und bevor wir noch wussten wie uns geschah klinkten wir die Räder in die Sitzreihe vor uns ein. Und noch schneller waren wir wieder oben und bereit für die zweite Runde. Wie Ralle am Ende der 2. Abfahrt zusammenfasste: "hier könnte man auch nen ganzen Tag verbringen"

Problem!! wie sollte es nun weitergehen? Wir entschlossen uns unere eigendliche Runde von 45 auf 22 KM zu kürzen. Gesagt getan! Im Adrenalin -Abbau_Modus preschten Ralle und Thorsten (oder war es nur Ralle) mit 54 Km/h gen Tal. Allerdings ignorierten Taucher und Ingo das gekonnt. Aber auch ich verspürte nach anfänglichem Verfolgungsreflex wenig Lust auf Tempobolzerei. Nach ca. 13 KM kehrten wir um und kamen auf unsere eigendliche Route. Diese führte uns nun permanent bergauf gen Winterberg. Dort angekommen hatten wir uns eine Pause verdient. Bei Apfelstudel und Weizenbier regenerierten und entspannten wir. Als  wir wieder auf die Bikes stiegen kam die Frage nach der Ruhrquelle auf. Also auf zur Besichtigung. Waren ja nur 4 Km. Als nächstes wollte der Kahle Asten erklommen werden und natürlich nahmen wir den besonders steilen Wanderweg hinauf. An der Lennequelle begann zu regnen und wir nahmen die Rückfahrt in Angriff. Auf gut Glück ließen wir uns durch die Landschaft treiben und ich führte die Truppe direkt in ein "Dead End". Also alles zurück . Nach einem erneuten Umweg landeten wir doch wieder an der Lenne. Am Hexenkessel vorbei gings hoch nach Schanze. Ein vermeitlich letzter harter Brocken. Doch die  letzten 14 Km über den Rothaarsteig forderten auf dem weichen, pattexartigen Untergrund nochmal alles. Kleine Wellen wurden echt nervig. Das hielt Ralle und Thorsten  aber nicht davon ab den Gashahn nochmal richtig aufzudrehen.

Sehr spät rollten wir ordentlich angezählt an den Grill. Nach kurzer und schneller Grundreinigung gings ans Essen. Wir verspeisten alles was nicht niet- und nagelfest war einschließich gekühlter Köstlichkeiten.

Im allgemeinen Verdauungskoma verging der Restabend bei Tennis und Videofilmen wie im Flug

Sonntag 03.06.18 MBW 4

175,7 KM 700 HM

Schon währen der Hinfahrt reifte in mir der "geheime Plan " mit dem Rad zurückzufahren. Allerdings hatte sich das wohl eh schon alle gedacht. Ich war relativ früh wach und auch in die anderen kam schnell das Leben zurück. Nach dem Frühstück begann das allgemeine Aufräumen und relativ schnell landeten die ersten Taschen im Bus. So kam die Verabschiedung schneller als erwartet.

Back Home

Als Dreierteam schossen wir hinunter nach Schmallenberg und dann weiter Richtung Ruhr. Der Schnitt pendelte um die 30 Km/h als wir am ersten Flipcafe anhielten. Mit unverminderter Wucht  gings weiter gen Arnsberg. Hier verabschiedeten wir uns  von Thorsten. Für ihn ging es nun zurück nach Soest. Nun mussten Ralle und ich allein gegen Straße und den Wind kämpfen.  Nach einer weiteren Flipcafe Pause  versuchten wir weiterhin das Tempo hoch zu halten und hängten uns an den ein oder anderen  ambititionierten Überholer. Leider war nichts passendes dabei . Einem besonders arroganten Exemplar gönnten wir aber nicht den Erfolg uns abzuhängen. So verballerten wir die Körner bis uns das Navi schließlich weg von der Ruhr, den Haarstrang hoch, Richtung Dortmund führte. Das Navigationsgerät tat was es sollte und auch die Komoot App bewährte sich. Eigendlich wollten wir noch die Emscher Quelle überpringen aber irgendwie hab ich die Abbiegung verpasst. Am Phoenix See entlang bemerken wir das wir ordentlich Hunger und Durst hatten. Also erst Flipcafe und dann Bäckerei. Mit vollem Bauch nahmen wir die letzten 45 Km in Angriff. Von der Dortmunder Uni zu Bochumer und dann zur Jahrhunderthalle. Hier trafen wir wieder auf eine Mitfahrgelegenheit hinter der wir uns für die nächsten Km festbeißen konnten. Am Abzweig nach Essen wurde es voll und das Mittagesssen gab Pfötchen. Die letzten Meter nach Rüttenscheid  liefen wie gewohnt. Mit 175 KM auf der Uhr stieg ich ins Auto, welches Schweiger dankenswerterweise nach Essen überführt hatte. Für Ralle war der Tag aber noch nicht zu Ende. Er stoppte erst bei 225 Km. Und das wo ich angeblich immer übertreibe.

MBW ASSPAIN 2018

Was für ein tolles Event. Danke an alle Teammitglieder für dieses außergewöhnliche Wochenende. Nach den ganzen 24 Stunden Rennen der lezten Jahre ist diese Veranstaltung ein mehr als würdiger Nachfolger. Nächstes Jahr jährt sich die Gründung unseres Teams zum 20 igsten Mal. Ich feue mich jetzt schon.

 

MBW ASSPAIN MAGICREME 2019